Professor:innen A bis Z
Alle aktuellen Professor:innen der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln
Über hundert Jahre Geschichte begleitet durch namhafte Forscher:innen.
Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln hat eine lange Geschichte. Sie ist eine von sechs Fakultäten der Universität zu Köln, die als eine der ältesten Universitäten Deutschlands 1388 gegründet wurde.
Die Fakultät wurde offiziell im Jahr 1901 gegründet und hat sich seitdem zu einer renommierten Einrichtung für wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung und Lehre entwickelt. Sie bietet eine Vielzahl von Studiengängen in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Soziologie, Politikwissenschaft und anderen verwandten Disziplinen an. Die Fakultät hat eine starke internationale Ausrichtung und pflegt enge Beziehungen zu anderen renommierten Universitäten weltweit.
Als die Fakultät 1901 als Handelshochschule Köln eröffnet wurde, war Deutschland zu einer der führenden Industrienationen aufgestiegen, mit den Leitbranchen Stahl, Chemie, Maschinenbau und Elektrotechnik, die grundlegende Innovationen hervorbrachten. Mit der Industrialisierung wuchsen die Städte – Köln hatte damals knapp 400.000 Einwohner:innen.
Für die wachsenden Unternehmen wurden zunehmend Fachkräfte benötigt, nicht nur aus Technik und Ingenieurswesen, sondern ebenso im kaufmännischen Bereich. Auch der Staat brauchte für seine Verwaltung Fachpersonal.
In dieser Zeit nahm die Handelshochschule, mit dem Stiftungskapital von Gustav Mevissen und unterstützt durch die Stadt Köln, vorangetrieben vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Wilhelm Becker ihren Betrieb auf. Die mit akademischer Lern- und Lehrfreiheit ausgestattete Handelshochschule sollte Führungspersönlichkeiten für private Unternehmen, höhere Verwaltungsbeamte und Handelslehrer:innen hervorbringen.
Studieninhalte für angehende Handelslehrer:innen waren Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Handelsgeschichte, Handelsgeografie und Handelsrecht, Kolonialpolitik, aber auch Sprachen, Mechanische Technologie, allgemeinbildende Kurse und pädagogische Lehrveranstaltungen. Frauen, die ab 1907 zugelassen wurden, wurden vor allem als Handelslehrerinnen ausgebildet.
Der Anteil der Frauen stieg zwar im Ersten Weltkrieg auf 25% an, als die Männer an der Front waren. Die meisten Studierenden vor und nach dem Ersten Weltkrieg waren jedoch männlich und kamen aus bessergestellten Familien aus Köln und Umgebung, auch wenn schon damals auch überregional um Studierende geworben wurde.
Als unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, dann die Universität zu Köln ihren Betrieb wieder aufnahm, wurde die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät zu einer der tragenden Säulen dieser jungen Universität.
Die 1920er Jahre waren eine Zeit hochgradiger wirtschaftlicher Instabilität und politischer Polarisierung. Zwar waren die der Weimarer Republik verbundenen Professoren in der Kölner Professorenschaft relativ stark vertreten, rechtsextreme Kräfte gewannen jedoch auch hier zunehmend an Boden, ebenso in den schlagenden Studentenverbindungen. Im April 1933 war Köln die erste Universität, die sich selbst „gleichschaltete“.
Während des Nationalsozialismus wurde jeder 5. Dozent der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung; viele emigrierten, andere kamen in Gestapo-Haft und ins KZ.
Die Universität zu Köln war im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden, doch bald nach Kriegsende wurde der Lehrbetrieb wieder aufgenommen. Das WiSo-Hochhaus wurde in den 1950er und 1960er Jahren ein frühes architektonisches und intellektuelles Zentrum.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr die Fakultät, wie alle Universitäten in der Bundesrepublik, im Zuge der Bildungsreform ein starkes Wachstum. Neue Institute und Lehrstühle wurden eingerichtet.
Seit Anfang der 2000er Jahre fand an der Fakultät eine starke Internationalisierung statt. Diese führte nicht nur zu internationalen Publikationen und Austausch auf Konferenzen und dadurch zu zunehmender Exzellenz, sondern förderte auch den Austausch der Studierenden und damit das gegenseitige Verständnis zwischen Angehörigen verschiedener Nationen:
Der lokale Standort – Köln – bleibt dabei weiterhin wichtig
als Standort einer lebendigen Szene junger, wissensintensiver Start-ups, besonders in den Bereichen Digitalisierung, E-Commerce, Fintech und Artificial Intelligence sowie Nachhaltigkeit.
Weiterhin hat die Fakultät zahlreiche bedeutende Forschungsprojekte durchgeführt und wichtige Beiträge zu verschiedenen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Themen geleistet. Dazu gehören Studien zur Arbeitsmarktökonomie, zur Finanzmarktregulierung, zur Sozialpolitik und zur internationalen Wirtschafts- und Politikbeziehungen.
Die Fakultät ist auch bekannt für ihre enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Regierungsbehörden und anderen Institutionen sowie für ihre Bemühungen um eine praxisnahe Ausbildung ihrer Studierenden. Sie hat mehrere Auszeichnungen für ihre Forschungsleistungen erhalten und gilt als eine der führenden wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland.
Die WiSo-Fakultät der Universität zu Köln verbindet ihre über 100-jährige Geschichte mit dem Motto "Today's ideas. Tomorrow's impact." durch innovative Forschung und Lehre. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit der Wirtschaftswelt werden zukunftsweisende Lösungsansätze entwickelt.
Die Fakultät ist heute eine der größten und renommiertesten in Deutschland und international. Wissenschaftliche Exzellenz, hervorragende Lehre und förderliche Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bilden auch in der Zukunft zentrale Ziele.
Dabei ist die WiSo-Fakultät ethischen Zielen verpflichtet und an Werte wie Chancengerechtigkeit, Antidiskriminierung und Gleichstellung gebunden.
Ebenso ist ihre Strategie von zunehmender Nachhaltigkeitsorientierung geprägt.
Die Geschichte unserer Fakultät war und ist Teil wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen – von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene. In diese übergreifenden Veränderungen sind Forschende, Lehrende, Studierende und ihre Fachschaft, Mitarbeiter:innen und ihre Statusgruppenvertretungen eingebunden. Sie gestalten sie mit, in Forschung, Lehre und Organisation sowie nach außen. Auch die Absolvent:innen unserer Fakultät übernehmen Verantwortung in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Die WiSo-Fakultät der Universität zu Köln verbindet ihre 125-jährige Geschichte mit dem Motto "Today's ideas. Tomorrow's impact." durch innovative Forschung und Lehre. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit der Wirtschaftswelt werden zukunftsweisende Lösungsansätze entwickelt. Unser Motto versteht sich hierbei als Einladung, gemeinsam die nächsten Jahrzehnte zu gestalten – mit wissenschaftlicher Neugier, Verantwortung und der festen Überzeugung, dass Bildung und Wissenschaft die Welt verändern können.
Quelle: Knoch, H., Jessen, R., & Ullmann, H.-P. 2019: Die Neue Universität zu Köln. Ihre Geschichte seit 1919, herausgegeben im Auftrag des Rektorats der Universität zu Köln, Köln: Böhlau Verlag.