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Geschichte der WiSo-Fakultät

Über hundert Jahre Geschichte begleitet durch namhafte Forscher:innen.

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln hat eine lange Geschichte. Sie ist eine von sechs Fakultäten der Universität zu Köln, die als eine der ältesten Universitäten Deutschlands 1388 gegründet wurde.

Die Fakultät wurde offiziell im Jahr 1901 gegründet und hat sich seitdem zu einer renommierten Einrichtung für wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung und Lehre entwickelt. Sie bietet eine Vielzahl von Studiengängen in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Soziologie, Politikwissenschaft und anderen verwandten Disziplinen an. Die Fakultät hat eine starke internationale Ausrichtung und pflegt enge Beziehungen zu anderen renommierten Universitäten weltweit.

Teile des folgenden Textes basieren auf der Rede von Prof. Dr. Martina Fuchs, Erste Prodekanin der WiSo-Fakultät, gehalten im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Jubiläum 125 Jahre Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln, am 16. April 2026.

Eine Zeitreise

Als die Fakultät 1901 als Handelshochschule Köln eröffnet wurde, war Deutschland zu einer der führenden Industrienationen aufgestiegen, mit den Leitbranchen Stahl, Chemie, Maschinenbau und Elektrotechnik, die grundlegende Innovationen hervorbrachten. Mit der Industrialisierung wuchsen die Städte – Köln hatte damals knapp 400.000 Einwohner:innen. 

Für die wachsenden Unternehmen wurden zunehmend Fachkräfte benötigt, nicht nur aus Technik und Ingenieurswesen, sondern ebenso im kaufmännischen Bereich. Auch der Staat brauchte für seine Verwaltung Fachpersonal.

In dieser Zeit nahm die Handelshochschule, mit dem Stiftungskapital von Gustav Mevissen und unterstützt durch die Stadt Köln, vorangetrieben vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Wilhelm Becker ihren Betrieb auf. Die mit akademischer Lern- und Lehrfreiheit ausgestattete Handelshochschule sollte Führungspersönlichkeiten für private Unternehmen, höhere Verwaltungsbeamte und Handelslehrer:innen hervorbringen. 

Studieninhalte für angehende Handelslehrer:innen waren Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Handelsgeschichte, Handelsgeografie und Handelsrecht, Kolonialpolitik, aber auch Sprachen, Mechanische Technologie, allgemeinbildende Kurse und pädagogische Lehrveranstaltungen. Frauen, die ab 1907 zugelassen wurden, wurden vor allem als Handelslehrerinnen ausgebildet.

Der Anteil der Frauen stieg zwar im Ersten Weltkrieg auf 25% an, als die Männer an der Front waren. Die meisten Studierenden vor und nach dem Ersten Weltkrieg waren jedoch männlich und kamen aus bessergestellten Familien aus Köln und Umgebung, auch wenn schon damals auch überregional um Studierende geworben wurde.

Als unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, dann die Universität zu Köln ihren Betrieb wieder aufnahm, wurde die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät zu einer der tragenden Säulen dieser jungen Universität.

Die 1920er Jahre waren eine Zeit hochgradiger wirtschaftlicher Instabilität und politischer Polarisierung. Zwar waren die der Weimarer Republik verbundenen Professoren in der Kölner Professorenschaft relativ stark vertreten, rechtsextreme Kräfte gewannen jedoch auch hier zunehmend an Boden, ebenso in den schlagenden Studentenverbindungen. Im April 1933 war Köln die erste Universität, die sich selbst „gleichschaltete“. 

Während des Nationalsozialismus wurde jeder 5. Dozent der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung; viele emigrierten, andere kamen in Gestapo-Haft und ins KZ.

Die Universität zu Köln war im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden, doch bald nach Kriegsende wurde der Lehrbetrieb wieder aufgenommen. Das WiSo-Hochhaus wurde in den 1950er und 1960er Jahren ein frühes architektonisches und intellektuelles Zentrum.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr die Fakultät, wie alle Universitäten in der Bundesrepublik, im Zuge der Bildungsreform ein starkes Wachstum. Neue Institute und Lehrstühle wurden eingerichtet. 

Seit Anfang der 2000er Jahre fand an der Fakultät eine starke Internationalisierung statt. Diese führte nicht nur zu internationalen Publikationen und Austausch auf Konferenzen und dadurch zu zunehmender Exzellenz, sondern förderte auch den Austausch der Studierenden und damit das gegenseitige Verständnis zwischen Angehörigen verschiedener Nationen: 

  • Die CEMS Global Alliance leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.
  • 2008 wurde die Cologne Graduate School (CGS) mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Universität zu Köln gegründet.
  • 2012 fand die erfolgreiche internationale EQUIS-Akkreditierung statt; seitdem sind mehrfach erfolgreich Re-Akkreditierungen erfolgt.

Der lokale Standort – Köln – bleibt dabei weiterhin wichtig 

  • als Logistikdrehscheibe mit dem Rhein als Wasserstraße und dem Flughafen Köln/Bonn,
  • als Standort der Medien,
  • der Messe,
  • als Sitz von großen Unternehmen aus Einzelhandel, Versicherungen, Auto-, Chemie- und Bauindustrie, und außerdem 

als Standort einer lebendigen Szene junger, wissensintensiver Start-ups, besonders in den Bereichen Digitalisierung, E-Commerce, Fintech und Artificial Intelligence sowie Nachhaltigkeit.

Weiterhin hat die Fakultät zahlreiche bedeutende Forschungsprojekte durchgeführt und wichtige Beiträge zu verschiedenen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Themen geleistet. Dazu gehören Studien zur Arbeitsmarktökonomie, zur Finanzmarktregulierung, zur Sozialpolitik und zur internationalen Wirtschafts- und Politikbeziehungen.

Die Fakultät ist auch bekannt für ihre enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Regierungsbehörden und anderen Institutionen sowie für ihre Bemühungen um eine praxisnahe Ausbildung ihrer Studierenden. Sie hat mehrere Auszeichnungen für ihre Forschungsleistungen erhalten und gilt als eine der führenden wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland.

Die WiSo-Fakultät der Universität zu Köln verbindet ihre über 100-jährige Geschichte mit dem Motto "Today's ideas. Tomorrow's impact." durch innovative Forschung und Lehre. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit der Wirtschaftswelt werden zukunftsweisende Lösungsansätze entwickelt.

Die Fakultät ist heute eine der größten und renommiertesten in Deutschland und international. Wissenschaftliche Exzellenz, hervorragende Lehre und förderliche Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bilden auch in der Zukunft zentrale Ziele. 

Dabei ist die WiSo-Fakultät ethischen Zielen verpflichtet und an Werte wie Chancengerechtigkeit, Antidiskriminierung und Gleichstellung gebunden. 

Ebenso ist ihre Strategie von zunehmender Nachhaltigkeitsorientierung geprägt. 

  • Seit längerem schon gibt es die WiSo Sustainability Days.
  • 2026 wird erstmals der WiSo Sustainability Award für unsere jungen Wissenschaftler:innen verliehen, wobei der:die Preisträger:in von einer internationalen Jury aus der Spitzenforschung ausgewählt wird.
  • Außerdem nehmen wir am „Summer of Sustainability“ teil, den die Universität für dieses Jahr ausgerufen hat, und
  • 2027 richten wir das „Forum Nachhaltigkeit“ als Fakultäts-Partner des Prorektorats für Nachhaltigkeit aus.

Die Geschichte unserer Fakultät war und ist Teil wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen – von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene. In diese übergreifenden Veränderungen sind Forschende, Lehrende, Studierende und ihre Fachschaft, Mitarbeiter:innen und ihre Statusgruppenvertretungen eingebunden. Sie gestalten sie mit, in Forschung, Lehre und Organisation sowie nach außen. Auch die Absolvent:innen unserer Fakultät übernehmen Verantwortung in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 

Die WiSo-Fakultät der Universität zu Köln verbindet ihre 125-jährige Geschichte mit dem Motto "Today's ideas. Tomorrow's impact." durch innovative Forschung und Lehre. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit der Wirtschaftswelt werden zukunftsweisende Lösungsansätze entwickelt. Unser Motto versteht sich hierbei als Einladung, gemeinsam die nächsten Jahrzehnte zu gestalten – mit wissenschaftlicher Neugier, Verantwortung und der festen Überzeugung, dass Bildung und Wissenschaft die Welt verändern können.

Quelle: Knoch, H., Jessen, R., & Ullmann, H.-P. 2019: Die Neue Universität zu Köln. Ihre Geschichte seit 1919, herausgegeben im Auftrag des Rektorats der Universität zu Köln, Köln: Böhlau Verlag.

Meilensteine

  • 1901 Gründung als Handelsschule
  • 1906 Berufung von Eugen Schmalenbach zum Professor, Begründer der Betriebswirtschaftslehre als akademische Disziplin
  • 1919 Gründung der Fakultät unter Einbeziehung der Sozialwissenschaften
  • 1960 Eröffnung des WiSo-Hochhauses auf dem Universitätscampus
  • 1988 Gründung der CEMS Global Alliance
  • 2008 Gründung der Cologne Graduate School in Management, Economics and Social Sciences (CGS) mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Universität zu Köln
  • 2012 Erfolgreiche internationale EQUIS-Akkreditierung - seitdem mehrfach erfolgreich reakkreditiert
  • 2015 Start des Zentrums für Soziales und Ökonomisches Verhalten (C-SEB)
  • 2019 Eröffnung des WiSo-Erweiterungsbaus auf dem Universitätscampus
  • 2019 Gründung des einzigen Exzellenzclusters in den Wirtschaftswissenschaften ECONtribute im Zuge der Exzellenzinitiative des Bundes
  • 2020 Adaption des neuen Mottos "Today's Ideas. Tomorrow's Impact."
  • 2022 Einführung der ersten Nachhaltigkeitstage
  • 2025 Implementierung des Fakultätsenwicklungsplans 2025 - 2030
  • 2026 Jubiläums 125 Jahre Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln
     

Professor:innen A bis Z

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