Aktuelles - Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln https://www.wiso.uni-koeln.de/ Aktuelle Hinweise und Nachrichten aus der Forschung und Lehre der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln de-de WiSo-Fakultät Thu, 15 Apr 2021 12:06:36 +0200 Thu, 15 Apr 2021 12:06:36 +0200 TYPO3 EXT:news news-18791 Mon, 12 Apr 2021 11:30:00 +0200 Informationen zum Coronavirus (COVID-19) https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/informationen-zum-coronavirus-covid-19-1 WiSo-Fakultät und Universität zu Köln informieren. Die Informationslage hinsichtlich der  Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) führt verständlicherweise noch immer zu großer Verunsicherung. Von Seiten der Universität zu Köln informiert das Rektorat laufend über aktuelle Maßnahmen und Hinweise. Die Informationsseite wird permanent aktualisiert.

Die WiSo-Fakultät steht in engem Austausch mit der Universitätsleitung um die Gesundheit unserer Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter*innen zu schützen. Informationen seitens der Fakultät werden an dieser Stelle zentral gesammelt. Die Mitarbeiter*innen werden laufend über entsprechende Regelungen informiert.

Prüfungen, Abschlussarbeiten, Einsichtnahmen

Alle Regelungen und Informationen u.a. zu Nachholterminen, Härtefallregelungen, und Hausarbeiten hat das WiSo-Prüfungsamt auf seiner Webseite veröffentlicht, ebenso wie verbindliche Informationen zu Abschlussarbeiten und Einsichtnahmen.

Lehrveranstaltungen

Genauere Informationen zu den einzelnen Lehrveranstaltungen sind den Informationen in KLIPS und ILIAS zu entnehmen. Bei „Informationen“ oder „sonstige Anmerkungen“ der einzelnen Lehrveranstaltungen stehen die entsprechenden Hinweise. Ansprechpartner sind die in KLIPS angegebenen Dozierenden.

Die WiSo IT-Services stellen sukkzessiv erweiterte Informationen für Studierende bereit, um ihnen die praktische Umsetzung zu erleichtern.

Änderungen im Bewerbungsprozess der Masterprogramme

Aufgrund der aktuellen Situation hat sich die Wiso-Fakultät für einige Änderungen im Bewerbungsprozess für den Masterstudiengang International Management (CEMS MIM) entschieden, insbesondere die Studierfähigkeitstests und die Sprachnachweise für Englisch betreffend. Die Änderungen gelten unter der Voraussetzung, dass die Bewerbung bis zum 31. März 2020 im MIM-Masterbewerbungsportal der Universität zu Köln und ggf. bei uni-assist eingegangen ist.

Auch für die weiteren Masterprogramme der WiSo-Fakultät inklusive der Doppelmasterprogramme wurden bereits gesonderte Bestimmungen getroffen. Maßgebliche Informationen sind zusammengefasst auf den Seiten zur Masterbewerbung.

Schließung der Arbeits- und Pausenräume

Alle zentralen und dezentralen Bereiche mit Publikumsverkehr sind bis auf Weiteres grundsätzlich geschlossen. Das umfasst auch die öffentlichen Lern- und Aufenthaltsplätze, inklusive derjenigen in den Fachbibliotheken.

Der Briefkasten vor dem Eingang zum WiSo Student Service Point - gleichzeitig Briefkasten des WiSo-Prüfungsamts - ist weiterhin (über das Hauptgebäude) zugänglich. Dabei gelten die auf der Informationsseite des Rektorats der Universität zu Köln zusammengefassten aktuellen Hygiene- und Infektionsschutzregelungen. Insbesondere muss in allen von der UzK genutzten Gebäuden ab dem 4. Mai 2020 eine einfache Mund-/Nasebedeckung (sog. Alltagsmaske) getragen werden.

Die Serviceeinheiten der Fakultät können aufgrund der aktuellen Situation keine persönlichen Sprechstunden und Beratungen anbieten. Telefonisch und per E-Mail bleiben sie weiterhin erreichbar.

Ausleihe von Büchern und weiteren Medien

Seit Mai 2020 ist in vier Bibliotheken der WiSo-Fakultät ein teilweiser Zugang für Ausleihe und Rückgabe möglich. Unter Beachtung der Regeln für Besucher können Bücher ausgeliehen und zurückgegeben werden.
Detaillierte Informationen bietet die Webseite des WiSo-Bibliotheksservice.

Absage weiterer Veranstaltungen neben der Präsenzlehre

Wie schon die Präsenz-Lehrveranstaltungen werden bis auf Weiteres auch weitere von der Fakultät (mit-)organisierte extracurriculare Events auf dem Campus nicht stattfinden, beispielsweise Infoveranstaltungen und Messen. Zu vielen Veranstaltungen laufen  Bemühungen, sie online oder zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden zu lassen. Die jeweiligen Veranstaltenden stellen online Informationen zu dem jeweiligen Event zur Verfügung und werden bereits angemeldete Teilnehmer*innen über die weitere Vorgehensweise informieren.

Weitere Informationen und Anfragen zum Coronavirus

Der Wiso Student Service Point hat bis auf Weiteres die persönliche Studienberatung vor Ort eingestellt. Telefonisch, per E-Mail und über die Webseite ist der WiSo Student Service Point weiter erreichbar.
Anfragen zur Corona-Thematik werden dort zentral gesammelt und ggf. innerhalb der WiSo-Fakultät weitergeleitet.

Internationale Studierende / Auslandssemester

Gaststudierende aus dem Ausland, WiSo-Studierende im Auslandsaufenthalt und CEMS-Studierende finden detaillierte Informationen auf der Webseite des International Relations Center.


Genaue Prognosen zur Entwicklung bleiben schwierig. Im Falle weiterer Maßnahmen werden wir die Betroffenen frühestmöglich informieren.

Wie die Universitätsleitung bittet auch die WiSo-Fakultät um Besonnenheit im Umgang mit der aktuellen Situation sowie um einen umsichtigen und diskriminierungsfreien Umgang mit dem Thema.

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news-20099 Mon, 12 Apr 2021 11:00:00 +0200 CFR Working Paper mit WiSo-Beteiligung zur Veröffentlichung angenommen https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/cfr-working-paper-mit-wiso-beteiligung-zur-veroeffentlichung-angenommen WiSo-Professor Peter Limbach veröffentlicht Ergebnisse im Gebiet "Social Finance" Fondsmanager*innen, die in der Kindheit die Scheidung ihrer Eltern oder den Tod eines Elternteils miterlebt haben neigen dazu, Gewinne früher zu realisieren und bei Verlusten länger zu warten, als ihre Kolleg*innen, die keine frühe familiäre Zerrüttung verkraften mussten. Stärker als ihre Kolleg*innen unterliegen sie dem sogenannten Dispositionseffekt und verhalten sich stärker entgegen der eigentlich goldenen Börsenregel „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“. Betroffene Fondsmanager*innen sind weniger bereit, Risiken einzugehen und verkaufen nach risikoerhöhenden Firmenereignissen mit größerer Wahrscheinlichkeit ihre Bestände.

Das sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung eines Teams um WiSo-Professor Peter Limbach für das Centre for Finanacial Research (CfR), An Institut der WiSo-Fakultät. Die Studie ist als CfR Working Paper No. 19-01 veröffentlicht und aktuell vom Journal of Banking and Finance angenommen. Die Untersuchung ist in das Forschungsgebiet der Social Finance einzuordnen – ein neues Feld, das sich um die Erforschung und Ergebnis-Interpretation von Behavioral Finance dreht.

Indem die Wissenschaftler*innen um Professor Limbach Erklärungsfaktoren wie den sozioökonomischen Status und den familiären Hintergrund ausgeschlossen haben, konnten sie zeigen, dass das Verhalten der Fondsmanager*innen Symptomen von posttraumatischem Stress entspricht. Es besteht mithin ein langanhaltender Zusammenhang zwischen einem weit verbreiteten gesellschaftlichen Phänomen, nämlich der frühkindlichen familiären Trennung, und dem Investitionsverhalten. Das Paper trägt somit zum Verständnis der Rolle von sozialen Faktoren in der Finanzwelt bei.

Das Centre for Financial Research (CFR) ist ein Forschungsinstitut an der Universität zu Köln und ist als An-Institut an die WiSo angegliedert. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 durch Professoren Dr. Alexander Kempf und Dr. Drs. h. c. Axel A. Weber fokussiert sich die Forschung des CFR auf die Lösung praktisch relevanter Fragestellungen im Bereich der Finanzmärkte.

Ausdruck finden die Forschungsaktivitäten in der CFR Working Paper Reihe. Mit mehr als 200 wissenschaftlichen Arbeiten findet sich diese oft in führenden internationalen Fachzeitschriften (u.a. American Economic Review, Journal of Finance, Review of Financial Studies, Journal of Financial Economics) wieder.

Das komplette Paper finden Sie hier:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378426621000157?dgcid=rss_sd_all

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news-20095 Mon, 12 Apr 2021 10:52:00 +0200 Viele ältere Paare wohnen getrennt https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/viele-aeltere-paare-wohnen-getrennt Neue Erkenntnisse aus der Repräsentativbefragung NRW80+ Partnerschaften, bei denen die Partner:innen in getrennten Haushalten leben, werden als Living-Apart-Together-Beziehungen (LAT) bezeichnet. Häufig tritt diese Beziehungsform in jungen Jahren auf, etwa als Vorstufe bevor Paare zusammenziehen oder eine Ehe eingehen. Aber lassen sich solche Beziehungsformen auch im hohen Alter, bei den über 80-Jährigen beobachten?

Dieser Frage gingen die ISS-Forscher Stefan Mauritz und Michael Wagner in ihrer aktuellen Studie nach. Dafür wurden Daten aus der Repräsentativbefragung Lebensqualität und Wohlbefinden hochaltriger Menschen in NRW (NRW80+) verwendet, die von 2016 bis 2018 erhoben wurden und Angaben von 1.863 Personen im Alter von 80 Jahren oder älter beinhalten.

Insgesamt nimmt der Anteil der über 80-Jährigen, die in einer Partnerschaft leben, mit steigendem Alter zwar ab, aber gemessen an den verbleibenden Paaren gewinnen LAT-Beziehungen zunehmend an Bedeutung. So leben durchschnittlich 13,3% der Partner*innen im hohen Alter nicht in einem gemeinsamen Haushalt. Bei den Frauen ist diese Beziehungsform besonders verbreitet: mehr als jede dritte Beziehung der über 90-jährigen Frauen wird in getrennten Haushalten geführt. Bemerkenswert ist auch, dass im hohen Alter vor allem Ehepaare als LAT-Beziehung leben. Insgesamt sind etwa zwei Drittel aller LAT-Partner:innen im hohen Alter verheiratet.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Erklärung für die Verbreitung von LAT-Beziehungen im hohen Alter in der zunehmenden Pflegebedürftigkeit zu suchen ist. Wenn ein:e Partner:in aus gesundheitlichen Gründen in ein Pflegeheim zieht und den gemeinsamen Haushalt verlässt, wird aus dem vormals zusammenlebenden Paar eine LAT-Beziehung. Zu klären, was diese Situation für die Partner:innen bedeutet, ist Aufgabe zukünftiger Forschung. Auch die Lebensformen hochaltriger Menschen sollten deshalb mehr Beachtung in der Familienforschung finden.

Alle Beiträge der Reihe: Wussten sie schon, dass…?

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news-20047 Fri, 26 Mar 2021 11:07:00 +0100 Medien liefern keine unabhängige Berichterstattung? https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/medien-liefern-keine-unabhaengige-berichterstattung Im Video: Prof. Dr. Marc Fischer zu Corporate Social Irresponsibility und Medienberichterstattung. Die Berichterstattung über unternehmerisches Fehlverhalten sinkt signifikant, wenn das betreffende Unternehmen eine exklusive Werbepartnerschaft mit dem Medium hat. Das zeigt eine Studie von WiSo-Professor Marc Fischer.

Prof. Dr. Marc Fischer leitet den Lehrstuhl für Marketing Science und Analytics der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Einer seiner Forschungsschwerpunkte dabei: ethisches Fehlverhalten von Unternehmen.

Unsere Gesellschaft funktioniert nach gewissen Normen und Werten, deren Befolgung auch von Unternehmen erwartet wird. Die Medien nehmen dabei die Rolle einer korrigierenden Instanz ein. Sie prangern die Verletzung solcher Normen öffentlich an und sind daher nach wie vor ein wichtiger Apparat der Gesellschaft. Zentral stellt sich dabei die Frage, wie unabhängig „Medien“ agieren. Zusammen mit Samuel Stäbler (Assistant Professor an der Tilburg University), hat Professor Fischer die Rolle der Berichterstattung von Zeitungen bei Fehlverhalten von Unternehmen untersucht. Über sechs Jahre hinweg untersuchten die Wissenschaftler 50.000 Artikel aus fünf Ländern, um Berichte über unternehmerisches Fehlverhalten aufzudecken und auszuwerten.

Die zentralen Ergebnisse erläutert Professor Fischer jetzt in einem neuen WiSo-Forschungsvideo. So zeigte sich, dass nur eines von zehn Medienunternehmen über ein Fehlverhalten berichtete, wenn das betroffene Unternehmen eine Werbepartnerschaft mit dem Magazin hatte. Andererseits lag die Wahrscheinlichkeit der Berichterstattung bei einem populären Unternehmen bis zu 40% höher als bei weniger bekannten Konzernen. Fazit: Die öffentlichen Medien erfüllen oft die gesellschaftlichen Normen selbst nicht, deren Einhaltung sie massiv von Unternehmen und Politik einfordern. Nichtsdestoweniger sind Medien auch aktuell immer noch ein wichtiger Treiber der Gesellschaft. Ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zu wecken, kann daher ein erster Schritt sein, für eine stärkere Compliance bei den Medien selbst, auch wenn diese meist auch unternehmerisch agieren müssen.

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news-20051 Tue, 23 Mar 2021 12:22:00 +0100 Master Soziologie - Sozial- und Wirtschaftspsychologie https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/master-soziologie-sozial-und-wirtschaftspsychologie Neuer Masterstudiengang startet an der Uni Köln. Ab dem Wintersemester 2021/22 bietet die Universität zu Köln einen neuen, international ausgerichteten soziologischen Studiengang in englischer Sprache an / Guter Betreuungsschlüssel für Studierende und Vorbereitung auf verschiedene Berufe sowie eine akademische Karriere:

Mit Hilfe der Psychologie gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme lösen („Using Psychology to solve Societal and Economic Issues“): Unter diesem Motto startet ab dem kommenden Wintersemester der neue englischsprachige Studiengang „Sociology: Social and Economic Psychology“ an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Neben dem bereits bestehenden Master „Sociology – Social Research“ wird dies der zweite englischsprachige Masterstudiengang in Soziologie sein, den die Universität zu Köln anbietet.

Die interdisziplinäre Ausrichtung soll es Bachelorabsolventinnen und -absolventen der unterschiedlichsten Fachrichtungen im Laufe des Masterstudiums erlauben, sich im Bereich der Sozial- und Wirtschaftspsychologie zu spezialisieren. Ein Bachelor in Psychologie wird dabei nicht, wie bei ähnlichen Studiengängen an vielen anderen Universitäten, vorausgesetzt.

Mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern wird der neue Vollzeit-Studiengang mit dem akademischen Grad Master of Science (M.Sc.) abgeschlossen. Die Aufnahmekapazität von nur 25 Studierenden pro Studienjahr ermöglicht intensives Lernen und steten Austausch mit den Dozierenden.

Da der Studiengang komplett in englischer Sprache abgehalten wird, ist er auch für internationale Studierende attraktiv. Die Möglichkeit ein Semester im Ausland zu verbringen unterstreicht die internationale Ausrichtung des Studiengangs.

Zu Beginn des Studiums erhalten die Studierenden eine grundlegende Ausbildung in Soziologie: soziologische Theorien und Wissen über soziodemographischen Wandel und Ungleichheiten in Gegenwartsgesellschaften sowie Methoden zur Analyse von Querschnittsdaten. Im Feld der Sozial- und Wirtschaftspsychologie werden in einer Einführungsvorlesung die theoretischen Grundlagen erarbeitet und Kenntnisse im Bereich Psychometrie vermittelt. Darauf aufbauend haben die Studierenden die Möglichkeit, diese Fähigkeiten in einem Forschungsprojekt eigenständig umzusetzen und zu vertiefen.

„Die Auswahl aus einer Vielzahl spannender Seminare aus den Bereichen soziale und ökonomische Kooperation, Organisationspsychologie oder Konsumentenverhalten wird den Studierenden eine anwendungsorientierte Auseinandersetzung mit aktuellen Themen ermöglichen. Eine große Auswahl an Kursen benachbarter Disziplinen, beispielsweise Corporate Development, Marketing oder Media and Technology Management, rundet das Angebot des neuen Masterstudiengangs ab“, sagt Professor Dr. Detlef Fetchenhauer vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie. Er hat den neuen Studiengang initiiert und führt aus: „Die systematische Verknüpfung dieser verschiedenen Disziplinen mit der Möglichkeit einer eigenen Schwerpunktsetzung wird es Studierenden ermöglichen, ein individuelles berufsqualifizierendes Profil zu entwickeln.“

Ein Abschluss im Master „Sociology: Social and Economic Psychology“ soll den Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen beispielsweise in den Bereichen Organisationsentwicklung, Beratung, Personalentwicklung, Markt- und Meinungsforschung oder Marketing eröffnen. Aber auch in der akademischen Forschung auf dem Gebiet der Psychologie, Soziologie oder Sozial- oder Wirtschaftspsychologie wird der Abschluss anschlussfähig sein.

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news-19958 Mon, 15 Mar 2021 10:00:00 +0100 Sind Genossenschaften krisenfester? https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-genossenschaften-gemeinwohlorientiert-wirtschaften-koennen ISS-Forscher Joschka Moldenhauer und Johannes Blome-Drees bei "Wussten sie schon, dass…?" Seit dem 2. November 2020 befindet sich das Gastgewerbe im sogenannten Lockdown, ist seit Beginn der Pandemie von weitreichenden Einschränkungen betroffen und wird bis zum Ende der Pandemie weiterhin von vielen Einschränkungen betroffen bleiben. Für viele Betreiber*innen gastronomischer Betriebe ergeben sich daraus, trotz staatlicher Unterstützungsangebote, fundamentale Existenzängste.

Genossenschaften bieten in vielen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft langfristige Sicherheit und Stabilität und stellen einen Hort der Nachhaltigkeit dar. Auch für Gaststätten erweist sich die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft, gerade in Krisenzeiten wie der derzeitigen Corona-Pandemie, als besonders widerstandsfähig. Konkrete Sicherheits- und Sicherungspotentiale ergeben sich aus der Selbstorganschaft in Vorstand und Aufsichtsrat und risikobewusstem Management, einem geringen Gewinnanspruch, dem häufig gelebten Ehrenamt, dem geringen Haftungsrisiko, der räumlichen Verankerung und daraus, dass die Mitglieder häufig zugleich Stammkund*innen sind.

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsprojektes „Teilgabe. Die bürgerschaftliche, genossenschaftliche und sozialunternehmerische Schaffung und Gestaltung von gemeinwohlorientierter Versorgung“ untersuchen die ISS-Forscher Joschka Moldenhauer und Johannes Blome-Drees „genossenschaftliche Gaststätten als Orte des gelingenden Miteinanders“, die als Ausdruck einer Form des zivilgesellschaftlichen Engagements gesehen werden können, die die Teilhabe an der Nahversorgung und die Verbesserung sozialer Chancen in ländlichen Regionen ermöglichen. Im Verbund mit der Universität Hamburg, dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Genossenschaftsexperten Burghard Flieger wird erforscht, wie die Hervorbringungen und Wirkungen zivilgesellschaftlichen Wirtschaftens beurteilt werden können und inwiefern es sich dabei um mögliche Beiträge zur Schaffung und Pflege von Gemeinwohl bzw. Gemeingütern handelt. Durch den Vergleich unterschiedlicher Strategien und Handlungsformen will das Projekt ergründen, inwiefern neue Formen zivilgesellschaftlichen Wirtschaftens sich nicht nur auf Lebenshilfe und spezifische Problemlösungen beschränken, sondern warum und wie strukturbildende Ansätze zur Gestaltung des Gemeinwesens realisiert werden.

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news-20018 Thu, 04 Mar 2021 09:30:00 +0100 Prof. Dr. Claudia Loebbecke ist neues Mitglied des WDR-Verwaltungsrats https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/prof-dr-claudia-loebbecke-ist-neues-mitglied-des-wdr-verwaltungsrats Der Rundfunkrat des WDR hat in öffentlicher Sitzung Prof. Dr. Claudia Loebbecke, Direktorin des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Medien- und Technologiemanagement, als neues Mitglied des WDR-Verwaltungsrats gewählt. Der Rundfunkrat des WDR hat in öffentlicher Sitzung Prof. Dr. Claudia Loebbecke als neues Mitglied des WDR-Verwaltungsrats gewählt. Seit Dezember 2016 gehörte sie dem WDR- Rundfunkrat als stellvertretendes Mitglied an. Damit übernimmt WiSo-Professorin Loebbecke die Position ihrer Vorgängerin Silke Gorißen. Mit der Wahl zum Verwaltungsrat schied sie aus dem Rundfunkrat aus.

Der aktuelle WDR-Verwaltungsrat hat sich im Dezember 2019 für eine Amtsperiode von fünf Jahren konstituiert. Er besteht aus sieben vom Rundfunkrat gewählten Mitgliedern sowie zwei weiteren Mitgliedern, die laut WDR-Gesetz vom Personalrat entsandt werden.

Der Verwaltungsrat des WDR ist für die Geschäftsführung verantwortlich und hat keinen Anteil an der Programmentscheidung. Außerdem ist er an wichtigen Personalangelegenheiten maßgeblich beteiligt, stellt den Jahresabschluss fest und genehmigt neben anderen Tätigkeiten den Geschäftsbericht.

Prof. Loebbecke ist Direktorin des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Medien- und Technologiemanagement an der WiSo-Fakultät.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Aufgaben des Rundfunkrats und des Verwaltungsrats finden sich unter gremien.wdr.de.

Prof. Dr. Claudia Loebbecke bei Find-an-Expert

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news-19972 Thu, 04 Mar 2021 08:44:00 +0100 Psychologisch gegen die Steuerhinterziehung https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/psychologisch-gegen-die-steuerhinterziehung Neue Studie: Vorausgefüllte Abzüge verbessern die Steuerehrlichkeit. Steuerhinterziehung ist ein Problem, dessen Bekämpfung erhebliche Ressourcen verschlingt. Abzugsmöglichkeiten in der Steuererklärung  stellen für viele Steuerpflichtige die hauptsächliche Möglichkeit dar, Steuern zu hinterziehen.

In einer aktuellen Studie hat WiSo-Professor Michael Overesch gemeinsam mit Martin Fochmann, Tobias Kölle und Frank Hechtner diesen Bereich in den Blick genommen. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel analysieren die Wissenschaftler drei Instrumente, die auf steuerlich abzugsfähige Ausgaben zielen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bei der Reduzierung von Steuerhinterziehung.

Steuergesetze regeln, welche Ausgaben abzugsfähig sind. Ebenso verbreitet ist die Begrenzung der abzugsfähigen Beträge auf bestimmte Maximalbeträge. Als drittes nahmen sie das Vorausfüllen von Abzügen in der Steuererklärung in den Blick.

Im Ergebnis zeigt sich, dass die Einschränkung von Steuerhinterziehungsmöglichkeiten durch das Ausschließen des Absetzens bestimmter Ausgaben nur ein ineffektives Instrument in der Bekämpfung von Steuerhinterziehung darstellt. Vielmehr zeigt sich ein Steuerhinterziehungs-Verschiebungs-Effekt. Die Steuerhinterziehung durch die übermäßige Angabe von Abzügen reduziert sich kaum, sondern verlagert sich nur von den nicht mehr absetzbaren Posten auf weiterhin absetzbare Posten.

Eine Limitierung der Abzugsfähigkeit von Ausgaben vermeidet hingegen diesen Steuerhinterziehungs-Verschiebungs-Effekt. Eine Begrenzung der Absetzungsfähigkeit scheint somit ein durchaus effektives Instrument zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung zu sein.

Eine relativ neue Methode stellen Steuererklärungen mit vorausgefüllten Einträgen dar. So befüllen etwa elektronische Steuererklärungsprogramme zur ersten Orientierung die aktuelle Steuererklärung mit den Zahlen des Vorjahres. Überdies kann der automatische Datenaustausch zwischen Steuerbehörde und Arbeitgebern, Sozialversicherungsträgern und Banken die Vorausfüllung von Steuererklärungen (Third Party Reporting) ermöglichen.

Im Vergleich zu leeren Formularen, so legen die Studienergebnisse nahe, erhöhen vorausgefüllte Abzüge die Steuerehrlichkeit beträchtlich. Insbesondere sinke das Niveau der positionsspezifischen Steuerhinterziehung - vor allem bei Positionen, die für die Steuerhinterziehung bevorzugt werden. Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung von nicht-monetären, sondern psychologischen Faktoren für die Gestaltung von Steuervorschriften.

Für politische Entscheidungsträger könnte die Vorausfüllung von Steuererklärungen, soweit technisch möglich, mithin ein effektives Mittel zu Reduzierung der Steuerhinterziehung darstellen, schlussfolgern Michael Overesch, Martin Fochmann, Tobias Kölle und Frank Hechtner. Während die Begrenzung der Abzugsfähigkeit von Ausgaben jeweils einer demokratischen Rechtfertigung bedarf, erfordert die Vorausfüllung lediglich eine Änderung des Verwaltungsprozesses und wird im Wesentlichen bereits von Steuererstellungssoftware durchgeführt. Noch wichtiger ist allerdings, dass das Verbot oder die Begrenzung der Abzugsfähigkeit eine Pauschallösung darstellt, die sich auch auf die Steuerrechnung von ehrlichen Personen auswirkt, während vorausgefüllte Steuererklärungen für ehrliche Steuerzahler ohne negative Konsequenzen sind.

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news-19799 Thu, 21 Jan 2021 16:05:00 +0100 Die Pandemie bietet Chancen für eine neue Art der Mitarbeiterführung https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/die-pandemie-bietet-chancen-fuer-eine-neue-art-der-mitarbeiterfuehrung Neuer CEMS-Bericht setzt Prioritäten für Wirtschaftsführer*innen, Pädagog*innen und junge Fachkräfte in einer Post-COVID-Welt. Eine Befragung unter 1.760 CEMS-Alumni und Unternehmenspartner*innen zeigt, dass die Bedeutung von Resilienz und Empathie als Führungsqualitäten dramatisch zugenommen hat.

Die COVID-19-Pandemie hat Defizite in der Mitarbeiterführung aufgezeigt. Sie bietet dadurch aber auch die Möglichkeit, den Status Quo zu hinterfragen und die Mitarbeiterführung neu zu gestalten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der CEMS Global Alliance in Management Education, einem Konsortium von 69 Unternehmenspartner*nnen und 34 führenden Business Schools auf allen Kontinenten, maßgeblich mitbegründet durch die Universität zu Köln. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Mitarbeiterführung wurden durch eine Befragung von 1.760 CEMS-Alumni und Unternehmenspartner*innen untersucht. Rund ein Fünftel davon waren ehemalige Studierende, Professor*innen oder Corporate und Social Partner aus Köln. Befragt wurden Personen aus verschiedenen Branchen und Sektoren, unter anderem Beratung, Technologie, Finanzdienstleistungen und Konsumgüter.

Die Umfrage ergab, dass COVID-19 für 87 Prozent der Befragten tiefgreifende Auswirkungen auf ihr Geschäft und ihre Teams hatte. Ein Viertel der Befragten glaubt, dass die in der Pandemie angestoßenen Veränderungen dauerhaft sein werden. Die Studie zeigte außerdem, dass die Bedeutung von Resilienz und Empathie als Führungsqualitäten stark zugenommen hat, während die Bedeutung von traditioneller Führungsautorität und technischen Fähigkeiten abgenommen hat.

„COVID-19 hat uns vor Augen geführt, wieviel an Digitalisierung von Führungsprozessen möglich ist und was in einer voll digitalisierten Welt fehlt. Das stärkt den Blick auf die sozialen Fähigkeiten, die für eine moderne Führung in einer digitalisierten Welt nötig sind. Die wertvollen Erkenntnisse aus der kollektiven globalen Denkweise der CEMS-Gemeinschaft können uns als Bausteine dienen, die wir brauchen, um unsere Zukunft nach der Pandemie erfolgreich zu gestalten“, erklärt Marc Fischer, Professor für Marketing Science & Analytics und Akademischer Direktor des CEMS International Management Masterprogramms an der Universität zu Köln.

Der neue Leitfaden „CEMS Guide to Leadership in a Post-COVID-19 World“ enthält eine Reihe von Empfehlungen für Führungskräfte, Pädagog*innen und junge Fachkräfte im Hinblick auf den beruflichen Umgang mit der Pandemie-Situation.

Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:

  • Führungskräfte müssen psychologische Sicherheit aufbauen, damit MitarbeiterInnen unter Druck erfolgreich sein können. Das bedeutet, Engagement, Produktivität und Innovation zu sichern.
  • Junge Fachkräfte müssen Verantwortung übernehmen, um ihr Potenzial bestmöglich auszuschöpfen. Das bedeutet, dass sie Selbsterkenntnis, Autonomie, eine Innovationsmentalität und Widerstandsfähigkeit aufbauen müssen, um Chancen zu entdecken und Netzwerke zu erweitern.
  • Das Lehrpersonal von Business Schools muss das Lernen neu gestalten. Das bedeutet, Autonomie und Resilienz bei den Lernenden aufzubauen, um sicherzustellen, dass das Lernen auch im neuen Normalzustand engagiert und vernetzt bleibt.

Weitere Infos, sowie die Vollversion des Reports (engl.) im Webangebot von CEMS

CEMS ist eine globale Allianz von führenden Business Schools, multinationalen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, die gemeinsam den CEMS Master in International Management (CEMS MIM) anbieten. Der CEMS MIM ist ein einjähriges, vorbereitendes Programm, das Studierende die Möglichkeit bietet, in einem multikulturellen und grenzenlosen Klassenzimmer ausgebildet zu werden. Für Studierende mit einer soliden akademischen Erfolgsbilanz, die eine wirklich globale Karriere im Management, beginnen wollen, ist dies das ideale Postgraduierten-Programm.

Studierende im CEMS MIM Programm studieren ein Semester lang an ihrer Heimatuniversität, mit einem Auslandsstudium an einer anderen CEMS-Mitgliedsschule. Zusätzlich zum Abschluss an der Heimatuniversität absolvieren die Studierenden ein Beratungsprojekt und ein internationales Praktikum. Nach Abschluss des Studiums nehmen die Karrieren der Studierenden einen internationalen Weg in einer Vielzahl von Branchen und in vielen Fällen innerhalb multinationaler Unternehmen:

  • 96 % sind erwerbstätig oder setzen ihr Studium fort
  • 92% leben außerhalb ihres Heimatlandes
  • 75 % arbeiten für multinationale Unternehmen
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news-19710 Tue, 15 Dec 2020 12:25:01 +0100 Wir nehmen Abschied von Prof. Dr. Christian Watrin https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wir-nehmen-abschied-von-prof-dr-christian-watrin Wir trauern um Prof. Dr. Christian Watrin, ehemaliger Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik. Wir vermissen Prof. Dr. Christian Watrin, der am 01. Dezember 2020 im Kreis seiner Familie von uns ging. Wir sind zutiefst betroffen und trauern um unseren ehemaligen Kollegen.

Nach dem Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln wurde Christian Watrin, 1955 Assistent von Alfred Müller-Armack. Die Promotion erfolgte 1957 und die Habilitation 1963. Nach mehreren Berufungen an andere renommierte Universitäten, kehrte er 1971 zurück an die Universität zu Köln, wo er einen Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik übernahm und Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik wurde. In dieser Position verblieb er bis zu seiner Emeritierung 1995.

Prof. Dr. Watrin beeindruckte auch durch seine wissenschaftliche Kompetenz, die er stets bereitwillig in die praktische Politikberatung mit einbrachte und somit auch bei der Gestaltung der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik half. Er wirkte als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundeswirtschaftsministerium mit und übernahm dessen Vorsitz in den wichtigen Jahren der deutschen Wiedervereinigung von 1987 bis 1992. Für diese Tätigkeit erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Er war jahrzehntelang ein prominenter Befürworter der marktwirtschaftlichen Ordnung, des Wettbewerbs und der Freiheit. Sein wissenschaftliches Werk umfasste zahlreiche Aufsätze und Vorträge. Er erhielt 2005 die Friedrich August von Hayek Medaille und war bis zu seinem Tod Mitherausgeber der Zeitschrift Wirtschaftspolitik und des Ordo-Jahrbuchs.

Seine internationalen Kontakte und Gastvorträge führten ihn an die Georgetown University, die Universität Wien, die Princeton University und die Universität Oxford.

Wir trauern um unseren ehemaligen Kollegen und wünschen seiner Familie viel Kraft, für diese schwere Zeit.

 

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news-19628 Thu, 19 Nov 2020 11:18:58 +0100 Axel Ockenfels erhält Hans Kelsen-Preis 2020 der Uni Köln https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/axel-ockenfels-erhaelt-hans-kelsen-preis-2020-der-uni-koeln Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in den letzten sechs Jahren erhält Axel Ockenfels den Hans Kelsen-Preis 2020, den Zukunftspreis der Universität zu Köln für die Fachbereiche Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Axel Ockenfels ist einer der sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche in diesem Jahr mit den Zukunftspreisen der Universität zu Köln ausgezeichnet wurden. Die Universität ist der Überzeugung, dass individuelle wissenschaftliche Exzellenz der Kern des wissenschaftlichen Fortschritts ist und deshalb besonders gefördert und belohnt werden sollte.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden in diesem Jahr zwei Max Delbrück-Preise (Natur- und Lebenswissenschaften), ein Leo Spitzer-Preis (Geisteswissenschaften) sowie ein Hans Kelsen-Preis (Rechts- und Wirtschaftswissenschaften) an Forscherinnen und Forscher mit herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in den letzten sechs Jahren vergeben. In allen drei Kategorien wird zudem ein entsprechender Preis an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verliehen.

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news-19520 Mon, 26 Oct 2020 12:35:32 +0100 Opfer von Kriminalität verdienen schlechter https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/opfer-von-kriminalitaet-verdienen-schlechter Opfer von Verbrechen verdienen nach der Tat langfristig bis zu 12,9 Prozent weniger und sind abhängiger von Sozialleistungen / Auswertung von über 800.000 niederländischen Polizeiakten Opfer von Kriminalität büßen auf dem Arbeitsmarkt langfristig Einkommen ein. Das zeigt eine Auswertung der Datensätze von über 800.000 Kriminalitätsopfern, die WiSo-Professorin Anna Bindler, Ökonomin beim Excellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy der Universitäten Köln und Bonn, gemeinsam mit Dr. Nadine Ketel (Assistant Professor, Freie Universität Amsterdam, Niederlande) durchgeführt hat. Die Registerdaten der niederländischen Polizei reichen von 2005 bis 2016 zurück. Die Wissenschaftlerinnen konnten sie mit Hilfe anonymisierter Nummern mit seit 1999 erfassten Arbeitsmarktdaten verbinden.

Über Jahre hinweg verdienen Männer und Frauen, die Opfer von Kriminalität wurden, je nach Verbrechen bis zu 12,9 Prozent weniger als vor der Tat. Gleichzeitig beziehen sie an bis zu 6 Prozent mehr Tagen Sozialleistungen. Gründe für den Verdienstrückgang können ein Wechsel zu schlechter bezahlten Stellen oder Jobverluste einiger Opfer sein, die aufgrund von körperlichen oder mentalen Folgen der Kriminalität ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Prof. Bindler und Dr. Ketel differenzieren in ihrer Arbeit zwischen Gewaltverbrechen (Körperverletzung, sexuelle Übergriffe und Bedrohung) und Besitzverbrechen (Raubüberfälle und Diebstahl). Der Verdienstrückgang bei Frauen ist in allen untersuchten Bereichen höher als bei Männern. Während Männer nach Gewaltverbrechen ein Jahr nach der Tat bis zu 7,5 Prozent weniger verdienen, sind es bei Frauen 10,4 Prozent. Nach Besitzverbrechen, insbesondere Raubüberfällen, verdienen Männer bis zu 8,4 Prozent weniger, während Frauen einen Einkommensrückgang von bis zu 12,9 Prozent verzeichnen. Häusliche Gewalt betrachteten die Wissenschaftlerinnen gesondert und stellten, neben einer stark erhöhten Abhängigkeit von Sozialleistungen, einen verstärkten Effekt von 17,9 Prozent fest.

Insgesamt errechneten die Ökonominnen bei den Kriminalitätsopfern alleine für das erste Jahr nach einer Körperverletzung einen aggregierten Verdienstverlust von 366 Millionen Euro. „Unsere Forschung trägt dazu bei, die gesellschaftlichen Kosten von Kriminalität besser einschätzen zu können“, sagt Anna Bindler, Professorin bei ECONtribute: Markets & Public Policy und an der Universität zu Köln. „Die Ergebnisse könnten ein Denkanstoß für Kompensationszahlungen oder weitere Hilfen für Kriminalitätsopfer, wie etwa Arbeitsmarktprogramme sein.“

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In einer Folge des englischsprachigen Podcasts „Probable Causation“ wird Anna Bindler mit Jennifer Doleac über ihre Studie diskutieren. Sie erscheint am 27.Oktober unter: https://www.probablecausation.com/index

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news-19495 Wed, 21 Oct 2020 10:15:00 +0200 Junge Bankenforscher der WiSo Fakultät erhalten den FIRM Jahrbuchpreis https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/junge-wissenschaftler-der-wiso-fakultaet-erhalten-den-firm-jahrbuchpreis Die Wissenschaftler Florian Neitzert (M.Sc.) und Alumni Dr. Matthias Petras vom Seminar für ABWL und Bankbetriebslehre der WiSo Fakultät an der Universität zu Köln erhalten für ihren Beitrag „Corporate Social Responsibility und Bankrisiko“ im Jahrbuch des Frankfurter Institutes für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) den FIRM Jahrbuchpreis 2020, dotiert mit 1.000 €. In ihrer Forschung widmen sich die Finanzwissenschaftler dem Zusammenhang von unternehmerischer Nachhaltigkeit in Form von Coroporate Social Responsibility Aktivitäten und Risiken bei Finanzunternehmen. 

Wir haben uns mit Florian Neitzert über den prämierten Artikel und seine Forschung unterhalten.

 

 

Lieber Herr Neitzert,

zuerst einmal einen herzlichen Glückwunsch zur Prämierung Ihres Artikels.
Im FIRM Jahrbuch veröffentlichen regelmässig renomierte Wissenschaftler und hochrangige Praxisvertreter zu den aktuellen Fragestellungen des Risikomanagements und der Regulierung von Finanzinstituten. Was bedeutet der Gewinn des FIRM Jahrbuchpreises für Sie persönlich und professionell?

FN: Vielen Dank – Matthias Petras und ich haben uns wirklich sehr über die Auszeichnung gefreut. Der FIRM Jahrbuchpreis 2020 ist vor allem die Bestätigung, dass unsere Studie auch einen Mehrwert für die Bankpraxis liefert. Gerade für Nachwuchswissenschaftler ist die Einordnung der eigenen Forschung recht schwer, wodurch solch ein Preis natürlich auch Ansporn für weitere Forschungsarbeiten gibt. 

Sie untersuchen in Ihrer Forschung insbesondere den Effekt von Corporate Social Responsibility Aktivitäten bei Finanzinstituten und stellen dabei den Wirkungszusammenhang zum idiosynkratischen Bankrisiko heraus. Für die Nicht-Betriebswissenschaftler unter uns, was bedeutet das genau?

FN: Unter idiosynkratischem Bankrisiko wird das Risiko verstanden, dem eine Bank aufgrund individueller Charakterisika ausgesetzt ist. Die Corporate Social Responsibility Aktivitäten wurden anhand sogenannter ESG-Faktoren operationalisiert. Diese nicht-finanziellen Leistungsindikatoren messen die Leistung der Bank in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance. In unserer Untersuchung zeigt sich zunächst allgemein, dass Corporate Social Responsibility Aktivitäten das Ausfall- und Portfoliorisiko von Banken verringern. Bei der weiteren Aufschlüsselung dieses Effekts sticht dann vor allem die risikoreduzierende Wirkung speziell von umweltbezogenen Faktoren heraus.

Banken stehen ja nicht zuletzt seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise unter kritischer Beobachtung. Damals musste die Regierung das Finanzsystem mit Steuergeldern stabilisieren.
Was hat sich seitdem in Sachen Vertrauensbildung und Nachhaltigkeitsaspekten in der Finanzwirtschaft getan?

FN: Die Finanzkrise 2007 hat sicherlich zu einem Umdenken in der Bankindustrie geführt. Auch deshalb besitzen Nachhaltigkeitsaspekte mittlerweile in vielen Banken einen immensen Stellenwert. Die Betonung nachhaltiger Geschäftsaktivitäten kann natürlich Vertrauen wieder herstellen, wenn glaubhaft wird, dass Banken diese aus eigener Überzeugung und nicht zur Imagepflege („Greenwashing“) betreiben. Zudem stundeten in der Corona-Krise viele Banken zeitweise die Zins- und Tilgungszahlungen ihrer Kreditnehmer. Solch eine Vorgehensweise ist der Beweis für eine auf Langfristigkeit angelegte Geschäftsbeziehung.

Der neue Claim der WiSo Fakultät der Universität zu Köln lautet „Today`s ideas – tomorrow`s impact“. Bezogen auf die Ergebnisse („ideas“) Ihrer Forschung, zu welchen Handlungen und daraus resultierenden Änderungen  („impact“) raten sie den Unternehmen?

FN: Wenngleich Corporate Social Responsibility heutzutage für jedes größere Unternehmen vermeintlich unerlässlich ist, profitieren Unternehmen nur von solchen Aktivitäten, wenn diese auch tatsächlich „gelebt“ werden und nicht bloß „Mittel zum Zweck“ sind. Ungeachtet dessen sollten real- und finanzwirtschaftliche Unternehmen ihre Nachhaltigkeitspraktiken vor allem in der Breite weiterentwickeln. Nicht zuletzt eine adäquate Förderung der Corporate Social Responsibility Aktivitäten durch Aufsichtsbehörden und Regelsetzer kann zukünftig einen wertvollen Beitrag leisten.

Ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre Forschung.

Die Fragen stellte
Andrea Leon Diaz

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news-19501 Mon, 19 Oct 2020 10:05:11 +0200 Erweiterung des traditionellen Einzelhandelsmodells https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/erweiterung-des-traditionellen-einzelhandelsmodells In einer neuen Studie untersucht WiSo-Professor Werner Reinartz Douglas' Weg zu einer Multichannel-Schönheitsplattform. Douglas war bis in die 2000er Jahre mit dem stationären Einzelhandel von Premium-Schönheitsprodukten sehr erfolgreich. Seit dem Aufkommen digitaler Kanäle kämpft der Beauty-Einzelhändler jedoch mit großen Störungen in der Schönheitsproduktbranche. Die Erwartungen der Verbraucher, insbesondere im Hinblick auf die Produktvielfalt, sind gestiegen, und digitale Kanäle zur Erleichterung der Informationssuche über Schönheitsprodukte (z.B. Vergleichsportale, Online-Feedback, soziale Medien) und deren Kauf wurden immer beliebter. Darüber hinaus hat sich die Wettbewerbslandschaft deutlich verändert. Neue Wettbewerber sind in den deutschen Markt eingetreten, große Kosmetikhändler aus anderen Ländern, aber auch reine Online-Anbieter.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Douglas seine Online-Aktivitäten verstärkt und eine Multi-Channel-Strategie umgesetzt, die sowohl Offline- als auch Online-Kanäle abdeckt. In einer aktuellen Fallstudie, hat WiSo-Professor Werner Reinartz für das Institut für Handelsforschung (IFH, An-Institut der WiSo-Fakultät) die Entwicklung untersucht.

Douglas CEO Tina Müller hat sich nicht weniger zum Ziel gesetzt, als Douglas zur Nummer Eins unter den Beauty-Destinationen zu machen. Im Jahr 2019 hat Douglas eine Plattform für die Online-Buchung von Schönheitsterminen lanciert und den Online-Shop für ausgewählte Drittanbieter geöffnet. Die Einführung war nicht nur ein Schritt in den neuen Markt der Schönheitsservices: Die Plattformen operiert auch mit einem eigenen Geschäftsmodell. Das neue Geschäftsmodell erfordert andere organisatorische Fähigkeiten und eine Strategie, um sowohl genügend Nutzer auf der Angebots- und Nachfrageseite zu gewinnen als auch die Plattformen an die Positionierung von Douglas als Premium-Schönheitsunternehmen anzupassen.

Ob es möglich ist, das Endziel von Douglas zu erreichen, die Nummer 1 unter den Beauty-Destinationen zu werden, zu erreichen müsse derzeit noch offen bleiben, so Werner Reinartz‘ Fazit. Ob die Plattformen weiterentwickelt werden müssen, wie sie im Verhältnis zum bestehenden Geschäftsmodell von Douglas positioniert werden sollen und ob die Etablierung dieser beiden Plattformen ausreicht, das neue Geschäftsmodell in eine nachhaltige neue Einnahmequelle umzuwandeln, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Mit dem Willen des Finanzinvestors der Parfümerie Douglas GmbH die Gesellschaft an die Börse zu bringen, sieht sich Tina Müller jedenfalls steigendem Druck ausgesetzt.

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news-19348 Fri, 11 Sep 2020 12:10:22 +0200 Unternehmerisches Umdenken: Veränderungen wie die Coronakrise werden neue Chancen eröffnen https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/unternehmerisches-umdenken-veraenderungen-wie-die-coronakrise-werden-neue-chancen-eroeffnen WiSo-Professor Jan Recker hat eine Analyse historischer Umbrüche und der Bedeutung von Disruptionen für neue Erfolgsstrategien vorgelegt. Diese könnten auch als Schablone für die Coronakrise dienen. Die Veränderungen äußerer Umweltbedingungen wirken sich auch auf den Erfolg von Unternehmen aus und bringen bisher gültige Gesetzmäßigkeiten aus dem Gleichgewicht. Die Auswirkungen müssen dabei aber keineswegs immer negativ sein. Diese disruptiven Veränderungen – aktuell ist es die weltweite Coronakrise – sollten Unternehmen lernen, für sich zum Vorteil zu nutzen, schreibt etwa WiSo-Professor Jan Recker. Sein Beitrag „External Enablement of New Venture Creation: A Framework“ ist im Journal „Academy of Management Perspectives“ erschienen.

„Wer in einer Welt nach Covid-19 bestehen möchte, muss seine bisherige Strategie genau jetzt hinterfragen. Jede Krise führt zu Veränderungen. Das heißt aber auch, dass Krisen auch zu neuen, noch besseren Businessstrategien führen können. Das zeigt der Blick in die Geschichte deutlich, etwa auf die globale Finanzkrise von 2008“, so Professor Recker. Aus der Finanzkrise seien Startups wie beispielsweise Airbnb und Uber entstanden. Zuvor hätten Privatpersonen Vorbehalte gehabt, Fremde in das eigene Auto oder die eigene Wohnung zu lassen; in Anbetracht der finanziellen Engpässe durch die Krise wurden diese Geschäftsmodelle aber erst akzeptiert und erfolgreich. Als ein weiteres Beispiel nennt der Kölner Wirtschaftsinformatiker die Abstinenz-Bewegung in den USA der frühen 1920er Jahre, die erst zu einem Erfolg von Softdrinkgrößen wie Pepsi und Coca-Cola führte.

Jan Recker: „Zu verstehen, welche Veränderungen stattfinden, wie sie sich auf Unternehmen auswirken und was man dagegen tun kann, ist für Unternehmen nicht nur entscheidend, um Veränderungen zu überleben – sondern auch, um sie in Vorteile umzuwandeln. Die meisten Unternehmen setzen in der gegenwärtigen Krise allerdings auf temporäre Zwischenlösungen, bis sie wieder zum ‚normalen Betrieb‘ zurückkehren. Ob es überhaupt jemals ein ‚Zurück‘ geben wird, und was unser neues ‚Normal‘ sein wird, lässt sich dabei nicht sagen. Gute Geschäftsmodelle müssen sich anpassen können.“

Mit einem neuen Konzeptrahmen beschreibt der Professor für Systementwicklung externe Faktoren wie neue Technologien, regulatorische oder demographische Veränderungen und Veränderungen des soziokulturellen, wirtschaftlichen, politischen oder ökologischen Umfelds, welche Mechanismen dahinterstecken und wie sie sich auf unternehmerisches Handeln und Gründertum auswirken. „Die historische Rückbetrachtung zeigt eines deutlich“, sagt Recker, „nämlich, dass Geschichte sich wiederholt. Und daraus können wir lernen.“

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news-19290 Mon, 31 Aug 2020 09:02:00 +0200 Online-Lebensmittelhandel: Nur zeitweiser Schub durch Coronamaßnahmen https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/online-lebensmittelhandel-nur-zeitweiser-schub-durch-coronamassnahmen Studie zum deutschen Online-Lebensmitteleinzelhandel in Corona-Zeiten zeigt: Trotz überproportionalem Wachstum ist ein genereller Trend zur Expansion des Online-Lebensmittelhandels nur schwach erkennbar. Die Corona-Pandemie hat in verschiedenen Sparten des Onlinehandels zu einer starken Zunahme der Nachfrage geführt. Mit den Auswirkungen der Pandemie speziell auf den Bereich des deutschen Online-Lebensmitteleinzelhandels beschäftigt sich eine interdisziplinäre Studie von WiSo-Professorin Martina Fuchs vom Wirtschafts- und Sozialgeographischen Institut der Universität zu Köln, Professor Dr. Peter Dannenberg vom Geographischen Institut, sowie der Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen Cathrin Wiedemann und Tim Riedler. Während des untersuchten Zeitraums vom 10. März bis 15. Mai 2020 gab es, wie Sekundärquellen zeigen, ein überproportional hohes Wachstum im Online-Lebensmittelhandel. Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen fand im März ein Wachstum von rund 150 Prozent statt.

Die von Martina Fuchs und ihren Kolleg*innen untersuchte Zeitspanne umfasste gezielt den Zeitraum der Einführung und Intensivierung der „stay at home“-Maßnahmen zur COVID-19-Eindämmung. Dieser habe einen günstigen Moment („Window of Opportunity“) für den gesamten Onlinehandel dargestellt. Da möglichst das Zuhause nicht ohne wichtigen Grund verlassen werden sollte, wurde auch das Bestellen über das Internet und die bequeme Heimlieferung plötzlich für einen größeren Kundenkreis als bisher interessant. Trotzdem zeigen die Studienergebnisse nur einen eher geringen Übergang vom stationären Lebensmitteleinzelhandel hin zum Lebensmittel-Onlinehandel.

„Dass der Online-Lebensmittelhandel nicht stärker profitieren konnte, liegt an den begrenzten Kapazitäten der Unternehmen, die nicht so plötzlich auf die gestiegene Nachfrage reagieren konnten, aber auch an den bestehenden Konsummustern der Kundinnen und Kunden. Für viele Menschen ist gerade der Lebensmitteleinkauf ein wichtiges Erlebnis, das sinnliche Erfahrungen, wie etwa das Fühlen der Ware, anspricht. Lebensmittel einzukaufen ist außerdem ein soziales Erlebnis, das gerade während der ‚stay home‘-Maßnahmen wichtig war“, erklärt Martina Fuchs.

Sowohl größere als auch kleinere Unternehmen versuchten mit der gestiegenen Nachfrage zurechtzukommen, erweiterten dabei aber selten ihr Liefergebiet. Beispielsweise belieferte und beliefert AmazonFresh weiterhin nur Kund*innen in Hamburg, Berlin, Potsdam und München. REWE konzentriert sich ebenfalls nur auf Stadtregionen in Deutschland. Der Online-Lebensmittelhandel findet also auch unter Corona-Bedingungen vor allem in städtischen Regionen statt.

Das Autorenteam betont, dass unter anderem die Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie als Hemmnis für eine Expansion wirkte. Die entstehenden Möglichkeiten für den Online-Bereich durch das propagierte Zuhausebleiben zum Gesundheitsschutz, blieben außerdem durch die absehbare Kurzzeitigkeit der Maßnahmen limitiert. Konkret: „Die Lebensmittelhändler konnten nicht absehen, dass sich umfangreiche Investitionen lohnen würden, da sich eine ‚Rückkehr zur Normalität‘ abzeichnete“, so Professor Fuchs.

Für die Untersuchung nutzte das Team einen „mixed method“-Ansatz, der sich auf qualitative Interviews, Statistiken zur Marktentwicklung sowie Medienanalysen stützte. Das Team wertete unter anderem Web-Artikel zum Online-Lebensmittelhandel in Corona-Zeiten aus und führte online- sowie telefonische Interviews mit Gesprächspartner*innen im Lebensmitteleinzelhandel (zum Beispiel Geschäftsführungen, Zuständigen für Online-Handel) und in Verbänden.

Grundlegend für die Untersuchung war die Multi-Level Perspektive (MLP). Dieser folgend, kann die COVID-19-Pandemie als Krise interpretiert werden, die die übergreifende wirtschaftliche Landschaft sowie Politik und Technikentwicklung plötzlich verändert hat und dadurch auch längerfristige Veränderungen hervorruft.

Auf dieser Basis ordnet Peter Dannenberg die Ergebnisse ein: „Unsere Studie konnte zeigen, dass es zwar generell einen Digitalisierungsschub während Covid-19 gegeben hat, sich aber kein Umbruch im Lebensmitteleinzelhandel zeigt. Das ist – aus geographischer Sicht – gerade mit Blick auf die Förderung der Versorgung ländlicher Räume in Deutschland ein wichtiger Punkt.“

Die Untersuchung entstand im Rahmen des Projekts „(Räumliche) Beschäftigungseffekte des zunehmenden Online-Handels“, das von der Hans-Böckler-Stiftung mit rund 240.000 Euro gefördert wird. Es startete im Februar 2020 und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Peter Dannenberg und Martina Fuchs untersuchen darin die voranschreitende Digitalisierung des Einzelhandels und seiner Lieferketten sowie die Auswirkungen dieser Änderungen auf die lokale Arbeit und deren Gestaltung für die Branchen Fashion und Lebensmittelhandel.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift Tijdschrift voor Economische en Sociale Geografie veröffentlicht.

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news-19251 Fri, 14 Aug 2020 09:15:48 +0200 Professor Bettzüge in Expertenrat für Klimafragen berufen https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/professor-bettzuege-in-expertenrat-fuer-klimafragen-berufen WiSo-Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge und vier weitere WissenschaftlerInnen beraten künftig die Bundesregierung im neuen, unabhängigen Gremium bei der Anwendung des Bundes-Klimaschutzgesetzes. WiSo-Professor Marc Oliver Bettzüge wird Mitglied des unabhängigen Expertenrats für Klimafragen. Das Bundeskabinett hat ihn am 12. August 2020 mit vier weiteren WissenschaftlerInnen für eine Amtszeit von fünf Jahren in den neuen Expertenrat für Klimafragen berufen. Professor Bettzüge hat an der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Energie und Nachhaltigkeit inne. Überdies ist er Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI).

Das auf Grundlage des Bundes-Klimaschutzgesetzes eingesetzte Gremium wird jährlich die Emissionsdaten prüfen und bewerten. Darüber hinaus soll der Expertenrat zu Maßnahmenpaketen der Bundesregierung sowie zu wichtigen Einzelfragen der nationalen Klimapolitik Stellung beziehen.

WiSo-Professor Bettzüge sagt über die bevorstehenden Aufgaben: „In diesem Zusammenhang wird es vor allem darum gehen, die entsprechenden Entwicklungen in den gesamtwirtschaftlichen Kontext und in die jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen einzuordnen, um die vielfältigen Wechselwirkungen – insbesondere bei möglichen Zielverfehlungen – zu erläutern.“

Die weiteren Mitglieder des Expertenrats für Klimafragen sind Prof. Dr. Thomas Heimer, Professor für Innovationsmanagement und Projektmanagement an der Hochschule RheinMain, Rüsselsheim, Prof. Dr. Hans-Martin Henning, Direktor des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (FhG ISE), Freiburg, Dr. Brigitte Knopf, Generalsekretärin am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), Berlin, Dr. Barbara Schlomann, Projektleiterin am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (FhG ISI), Karlsruhe.

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news-19192 Tue, 04 Aug 2020 09:34:00 +0200 Wird Ehrlichkeit durch den Kommunikationskanal beeinflusst? https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wird-berichtsverhalten-durch-den-kommunikatonskanal-beeinfusst Studie des Lehrstuhls für Unternehmensentwicklung und Wirtschaftsethik In Zeiten, in denen viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, wächst das Interesse an den Auswirkungen der verschiedenen Kommunikationskanäle auf das Verhalten von Probanden.

Da individuelles Lügenverhalten ein zentrales Thema für die Verhaltens- und experimentelle Wirtschafsforschung ist, untersuchten Dr. Julian Conrads (Alumnus der WiSo-Fakultät sowie Forscher und Dozent des Lehrstuhls für Unternehmensentwicklung und Wirtschafsethik) und Dr. Sebastian Berger (Institut für Organisation und Personal, Universität Bern) die Auswirkungen unehrlichen Verhaltens über verschiedene Kommunikationskanäle hinweg, die sich in Entfernung und Anonymität unterscheiden (Face-to-Face-, In-Lab-Telefon-, In-Lab-Webformular und Home- Webformular).

Die Studie forderte die Teilnehmer auf, viermal eine Münze zu werfen und über die verschiedenen Kanäle zu berichten, wie oft die Münze auf „Zahl“ gelandet war. Denn wenn die Münze auf der Zahlenseite landete erhielten die Teilnehmer eine finanzielle Belohnung. Nur die Untersuchungsteilnehmer selbst wussten aber, wie oft „Zahl“ tatsächlich eintrat. 

Über alle Kommunikationskanäle hinweg wurden unehrliche Antworten gegeben, um die Auszahlung zu maximieren, aber die extremen Ergebnisse nahmen in Bezug auf Entfernung und Anonymität des Kanals zu. Partielles Lügen - also zu berichten, dass 3-mal "Zahl" erschien - nahm an Distanz und Anonymität ab - hier wurde häufig voll umfänglich gelogen und "Zahl" 4-mal angegeben. Darüber hinaus ergab die Studie, dass Frauen eher unehrlich sind, wenn die Methode der Rückmeldung anonymer ist.

„Die Forschung zeigt, dass die Lügenkosten eines Individuums durch soziale Distanzierungsbedenken beeinflusst werden können, und dieser Effekt scheint bei Frauen stärker ausgeprägt zu sein als bei Männern. Frauen gaben unter höherer Anonymität häufiger an, dass die Münze auf der Zahlenseite gelandet ist, während sich das Verhalten von Männern trotz des finanziellen Anreizes nicht änderte “, sagt Julian Conrads, der auch Corporate Responsibility Manager des Start Ups FOND OF ist.

Die Ergebnisse geben Entscheidungsträgern relevante Hinweise, welcher Kommunikationskanal zuverlässig ist, um die Kommunikation zwischen Mitarbeitern zu organisieren, insbesondere bei Homeoffice, wo keine direkte Kommunikation möglich ist und berücksichtigt werden muss, dass die Kanalauswahl das Verhalten beeinflusst und möglicherweise zu nachteiligen Auswirkungen auf die Ergebnisse führen kann.

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news-19217 Fri, 31 Jul 2020 09:06:27 +0200 „Der Staat muss bei Impfstoffentwicklung steuernd eingreifen“ https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/der-staat-muss-bei-impfstoffentwicklung-steuernd-eingreifen Prof. Ockenfels im Handelsblatt-Interview Der Marktmechanismus schafft es in der Corona-Pandemie nicht, mögliche Impfstoffe dorthin zu leiten, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Darauf weist der Kölner Verhaltensökonom Axel Ockenfels, Mitglied der Forschungsinitiative „Behavioral Management Science“ der WiSo-Fakultät als auch in ECONtribute, dem deutschlandweit einzigen wirtschaftswissenschaftlichen Exzellenzcluster, hin. „In Notlagen kann es ethische und ökonomische Gründe geben, die Endnachfrager vor großen Preisschocks zu schützen“, sagt Ockenfels im Interview mit dem Handelsblatt.

Er schlägt deshalb vor, die Impfstoffe unter Aufsicht des Staates mithilfe von Algorithmen zu verteilen. Damit ließe sich auch das Horten von Impfstoffen vermeiden. „Die Koordination muss aber noch darüber hinausgehen, wenn in Notlagen der klassische Preismechanismus aussetzt“, so Ockenfels

Zugleich wendet sich der renommierte Volkswirt gegen den wachsenden Nationalismus in der Coronakrise. Eine Kooperation über größere Regionen hinweg wäre hilfreich.

Lesen Sie das komplette Interview im Handelsblatt.

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news-19175 Wed, 29 Jul 2020 08:24:00 +0200 Wussten Sie schon, dass religiöse Menschen nicht generell zufriedener mit ihrem Leben sind als nicht-religiöse? https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-religioese-menschen-nicht-generell-zufriedener-mit-ihrem-leben-sind-als-nicht-religioese Neue Studie der ISS-Forscher*innen Katharina Pöhls, Thomas Schlösser und Detlef Fetchenhauer Bislang fanden Studien überwiegend Hinweise auf einen universellen und linearen Zusammenhang zwischen Religiosität und Lebenszufriedenheit und folgerten daraus: Stark religiöse Menschen sind mit ihrem Leben zufriedener als schwach religiöse und schwach religiöse Menschen sind mit ihrem Leben zufriedener als nicht-religiöse. Diese Forschung wurde allerdings hauptsächlich mit Stichproben aus den USA ohne Berücksichtigung des Einflusses von Ländereigenschaften durchgeführt, sowie mit nur wenigen nicht-religiösen Personen und ohne eine Unterscheidung zwischen (nicht-)religiösen Untergruppen.

Die ISS-Forscher*innen Katharina Pöhls, Thomas Schlösser und Detlef Fetchenhauer untersuchten nun in einer neuen Studie den Zusammenhang zwischen (Nicht-)Religiosität und Lebenszufriedenheit erneut in einem Kulturvergleich von 24 Ländern und bezogen den Einfluss von Unterschieden zwischen den Ländern und zwischen verschiedenen (nicht-)religiösen Gruppen ein. Anhand von repräsentativen Daten der World Values Survey verglichen sie die Lebenszufriedenheit von Menschen, die sich selbst als entweder stark religiös, schwach religiös, nicht religiös oder spezifisch atheistisch identifizierten und in Ländern mit unterschiedlich hoher durchschnittlicher Religiosität und durchschnittlichem Lebensstandard lebten.

Wenn der Einfluss der durchschnittlichen Religiosität und des Lebensstandards eines Landes auf den Zusammenhang zwischen (Nicht-)Religiosität und Lebenszufriedenheit berücksichtigt wurde, waren schwach religiöse Menschen im Durchschnitt unzufriedener mit ihrem Leben als stark religiöse, während sich die Lebenszufriedenheit von atheistischen und anderen nicht-religiösen Personen nicht generell von der Lebenszufriedenheit stark religiöser Personen unterschied. Besonders die Lebenszufriedenheit von atheistischen Personen hing davon ab, ob sie in sehr religiösen oder in eher säkularen Gesellschaften mit vielen Gleichgesinnten lebten.

Diese Ergebnisse sprechen gegen einen universellen und linearen Zusammenhang zwischen Religiosität und Lebenszufriedenheit und dafür, dass zukünftige Untersuchungen dieses Zusammenhangs nicht nur den Glaubensinhalt (religiös vs. nicht-religiös), sondern auch die (Nicht-)Glaubensstärke von Menschen und die Eigenschaften des kulturellen Kontexts einbeziehen sollten.

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news-19189 Thu, 23 Jul 2020 09:17:24 +0200 Aller Inhalt für umsonst? – Wann Online-Leser bereit sind für Journalismus zu zahlen https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/aller-inhalt-fuer-umsonst-wann-online-leser-bereit-sind-fuer-journalismus-zu-zahlen Mit einer systematischen Literaturübersicht identifizieren Christian-Mathias Wellbrock, Daniel O’Brien und Nicola Kleer treibende Faktoren, die die Bereitschaft von Mediennutzern beeinflussen, für digitalen Journalismus zu bezahlen. Das werbebasierte Einnahmenmodell für den Journalismus wird durch die Digitalisierung seit Jahren stark infrage gestellt. Die Anbieter journalistischer Inhalte setzen daher in den letzten Jahren verstärkt auf Paid-Content-Strategien.

Vielfach gleicht die Erprobung entsprechender Modelle durch die Medienunternehmen allerdings dem sprichwörtlichen Stochern im Nebel. In einer aktuellen Literaturübersicht auf der Grundlage von 37 wissenschaftlichen Artikeln identifizieren nun Christian-Mathias Wellbrock, Daniel O’Brien und Nicola Kleer der Medien- und Technologiemanagement Area der WiSo-Fakultät 17 Variablen, die die Zahlungsbereitschaft (WTP - nach englisch Willingness to pay) für digitalen Journalismus beeinflussen.

Die von den drei Forschern ausgewerteten Artikel umfassten eine Vielzahl von Variablen und Konstrukten, von denen angenommen wird, dass sie einen Einfluss auf die WTP haben. In dem in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Digital Journalism" erschienenen Literature Review, identifizieren und strukturieren die WiSo-Forscher die relevantesten Variablen, geben einen Überblick über ihre Auswirkungen und überprüfen die in der aktuellen Literatur verwendeten Messansätze.

Die systematische Analyse zeige, so Professor, dass es zwar eine Reihe von relevanten Faktoren gebe, welche die Bereitschaft von Nutzern für Online-Nachrichten zu zahlen beeinflussen. Die Wirkung dieser Faktoren sei jedoch oft gering oder die Erkenntnisse darüber sogar widersprüchlich.

Darüber hinaus ergab die Überprüfung, dass in der Literatur bislang nur eine begrenzte Anzahl von Faktoren und theoretischer Rahmen untersucht wurde. Persönliche und demografische nutzerbezogene Faktoren überwogen dabei. Methodisch betrachtet seien in den untersuchten Studien besonders Conjoint-Analysen, experimentelle Designs und anreizorientierte Settings im Vergleich zu direkten Erhebungen unterrepräsentiert gewesen. Explizit psychologische Bedürfnisse und Motive von potenziellen Kunden, die mit der Nachfrage nach digitalem Journalismus verbunden sind, würden in der aktuellen Forschung sonst kaum berücksichtigt.

Ergebnis: Im Allgemeinen, so zeigt die Untersuchung, gebe es zumindest in den Industrieländern einen starken, aber scheinbar langsam abnehmenden Widerstand dagegen, Geld für digitale Nachrichtenprodukte auszugeben. Zudem gebe es auch starke Hinweise darauf, dass der tatsächlich abnehmende Konsum von Nachrichteninhalten eher auf eine Zunahme von Alternativen als auf einen Rückgang des allgemeinen Interesses oder der Nachfrage zurückzuführen sei. Während Diskussionen in der Medienindustrie oft davon ausgingen, dass die Nachfrage nach Journalismus zurückgegangen ist, könnte daher ein Verständnis der Präferenzen und Einstellungen der Verbraucher und ihrer Entwicklung für das "Überleben" des Journalismus im digitalen Zeitalter von entscheidender Bedeutung sein.

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news-19128 Thu, 02 Jul 2020 10:08:33 +0200 „Shanghai-Ranking“ 2020 https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/shanghai-ranking-2020 Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der WiSo-Fakultät (ISS) unter den Top-50 der weltweit führenden Soziologie-Departments Die Universität zu Köln hat im diesjährigen Academic Ranking of World Universities („Shanghai-Ranking“) erneut Top-Positionen erzielt.

In diesem Jahr sticht besonders der Fachbereich Soziologie mit dem Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der WiSo-Fakultät (ISS) heraus, der inzwischen zu den Top-50 der weltweit führenden Soziologie-Departments gehört. Der Fachbereich Soziologie ist nach wie vor Spitzenreiter auf Platz 1 in Deutschland und konnte sein internationales Ranking von Platz 51-75 bis auf Platz 43 verbessern.

Darüber hinaus liegt der Fachbereich Economics der Universität zu Köln in diesem Jahr wie die der Universitäten Berlin (Humboldt), Göttingen und Frankfurt (Goethe) auf dem vierten Platz im nationalen sowie von 101-150 im internationalen Vergleich.

Im Fachbereich Management teilt sich die Universität zu Köln den dritten Platz mit der RWTH Aachen, der Frankfurt School of Finance, der TU Darmstadt und der Universität Mannheim (Platz 201-300 im internationalen Ranking). Der Fachbereich Finance belegt im nationalen Ranking Platz 5-6  gemeinsam mit der Universität München (LMU) und im internationalen Ranking 151-200. Im Bereich Business Administration belegt die Universität zu Köln mit der Universität Bochum national Platz 4 und erreicht international Platz 151-200.

Das Shanghai-Ranking ist ein weltweites Hochschulranking, welches sechs Indikatoren benutzt - darunter die Zahl der Absolvent*innen und Mitarbeiter*innen, die Nobelpreise und und Fields-Medaillen gewonnen haben, die Anzahl der häufig zitierten Forscher*innen, die Anzahl der Artikel in Fachzeitschriften und der veröffentlichten Artikel in ausgewählten Science Citation Datenbanken. Mehr als 1200 Universitäten werden jährlich von der ausrichtenden ARWU Consultancy bewertet. Die veröffentichte Rankingliste umfasst die besten 500 Universitäten des Jahres.

Auf der Seite der ShanghaiRanking Consultancy finden Sie die komplette Rankingübersicht.

zur Rankingübersicht

 

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news-19056 Thu, 04 Jun 2020 14:34:02 +0200 Mitarbeiterideen und Mobilität https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/mitarbeiterideen-und-mobilitaet WiSo-Prof. Fabian Sting widmet sich in einer neuen Studie der Frage, wie der Wert von Mitarbeiterideen mit kurzfristigen Aufenthalten bei anderen Fabriken eines Unternehmens zusammenhängt. Was für ein wichtiges Gut Mobilität ist wird aktuell wohl den meisten Menschen bewusst. Aus unternehmerischer Perspektive zeigt sich, das auch dort, wo die Arbeit weitgehend auf "online" umgestellt werden kann, die physische Isolation langfristig kaum verlustfrei aufrechtzuerhalten ist. Einen weiteren Aspekt beleuchtet eine aktuelle Studie von WiSo-Professor Fabian Sting. Kernergebnis: Mitarbeiter, die zwischen Standorten springen, haben wertvollere Ideen.

Wertvolle Ideen in Unternehmen kommen nicht nur von Forschern und Entwicklern, sondern auch von Mitarbeitern aus dem operativen Bereich. International erfolgreiche Produktionsunternehmen wie Toyota oder 3M setzen daher schon seit Längerem auf die gezielte Förderung eines kontinuierlichen Ideenflusses von allen Mitarbeitern.

In einer aktuellen Studie konnte nun WiSo-Professor Fabian Sting zeigen, dass der Wert von Mitarbeiterideen steigt, wenn die operativen Mitarbeiter die Gelegenheit bekommen, über den eigenen Standorttellerrand zu schauen. Unter dem Titel „Sparking Manufacturing Innovation: How Temporary Interplant Assignments Increase Employee Idea Values” („Fertigungsinnovationen entzünden: Wie temporäre werksübergreifende Einsätze die Werte der Mitarbeiterideen erhöhen") untersuchte Professor Sting gemeinsam mit Philipp Cornelius (Rotterdam School of Management), und Bilal Gokpinar, (UCL School of Management), wie der Wert von Mitarbeiterideen mit kurzfristigen Aufenthalten operativ tätiger Mitarbeiter in anderen Fabriken ihres Unternehmens zusammenhängt.

Derartige Wechsel haben demnach sowohl kurzfristige, als auch langfristige Effekte: Auf kurze Sicht ergaben sich bereits unmittelbar wertvollere Ideen, gleichsam durch die Ernte „tiefhängender Früchte“ (mit geringem Aufwand ergaben sich rasche Verbesserungen). Zum zweiten resultierten aus dem werksübergreifenden Einsatz langfristig nachhaltig wertvollere Mitarbeiterideen.

Lässt sich der erste Effekt unter dem Stichwort “know how“ fassen, basiert der zweite Effekt auf einem verbesserten „know why“, also einem tieferen Prozessverständnis, das Mitarbeiter durch ihren Wechsel erlangen. Für (operative) Mitarbeiter gilt also nicht nur „learning by doing“, sondern auch „learning by moving“.

Die Studie ist als Working Paper zugänglich und wird im Fachmagazin „Management Science“ veröffentlicht.

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news-18922 Thu, 30 Apr 2020 07:47:00 +0200 Wussten Sie schon, dass Migranten, die die Landessprache beherrschen, stärker integriert und weniger einsam sind? https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-migranten-die-die-landessprache-beherrschen-staerker-integriert-und-weniger-einsam-sind Aktueller Beitrag von WiSo-Professorin Lea Ellwardt zu „Wussten Sie schon, dass …? Soziale Beziehungen sind wichtige Faktoren subjektiven Wohlbefindens, denn ein Zuwenig an wahrgenommener sozialer Einbettung geht häufig mit Einsamkeit einher. Bisher beschreiben allerdings nur wenige empirische Studien die Aufrechterhaltung grenzüberschreitender sozialer Beziehungen von Einwanderern.

WiSo-Forscherin Lea Ellwardt und ihre Kollegin Maja Djundeva von der Erasmus Universität Rotterdam haben in einer aktuellen aktuellen Veröffentlichung untersucht, über welche sozialen Unterstützungsnetzwerke polnische Migranten in den Niederlanden verfügen. Zusätzlich interessierte die Forscherinnen, welche Migranten vermehrt Einsamkeit berichteten. Hierfür werteten sie Befragungsdaten von mehr als 1.000 in die Niederlande eingewanderte Polen aus.

Lea Ellwardt, beheimatet am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS), und Maja Djundeva identifizierten fünf verschiedene Typen von Unterstützungsnetzwerken, bestehend aus inländischen und ausländischen Kontakten zu Familienmitgliedern und Freunden. Das größte Einsamkeitsrisiko hatten dabei Migranten, deren Netzwerke eher klein waren und hauptsächlich aus Familienmitgliedern bestanden.

Ein maßgeblicher Prädiktor für das Vorhandensein außerfamiliärer Kontakte im Gastland war das Beherrschen der niederländischen Sprache. Die Forscherinnen schließen daraus, dass das Erlernen der Landessprache hinsichtlich einer stärkeren Einbettung in lokale Netzwerke und eines verminderten Einsamkeitsrisikos lohnenswert sein kann.

 

 

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news-18907 Mon, 27 Apr 2020 07:47:00 +0200 Geringverdiener sind doppelte Verlierer der Coronakrise https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/geringverdiener-sind-doppelte-verlierer-der-coronakrise ECONtribute-Ökonomen untersuchten Homeoffice-Quoten verschiedener Berufe. Homeoffice und gleichbleibendes Gehalt auch in der Coronakrise? Nicht für alle Arbeitnehmer ist dies in Krisenzeiten möglich. Ökonomen des Exzellenzclusters ECONtribute in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) befragten vom 20. bis zum 31. März 2020 rund 5.500 Niederländer zu den Veränderungen ihrer Arbeitswelt während der Pandemie. Deutlich wird: Höher qualifizierte Arbeitnehmer verbringen mehr Zeit im Homeoffice, während weniger qualifizierte Arbeitnehmer gezwungen sind, Stunden zu reduzieren oder Gefahr laufen, ihren Job ganz zu verlieren.

Die Möglichkeit zum Homeoffice ist eine Frage des Bildungsgrads. Das zeigen neue Daten des COVID Impact Lab, einem neuen Forschungsprojekt des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Wissenschaftler verglichen die Veränderungen in der Arbeitswelt rund um den Beginn der Krise – bevor sie Auswirkungen auf das Berufsleben hatte und kurz nachdem es zu ausgangsbeschränkenden Regierungsmaßnahmen kam. Erstmals lässt sich mit Zahlen belegen, wie sich der Anteil von Arbeitnehmern, die ihre tägliche Arbeit von zu Hause verrichten, verändert hat.

Vom Homeoffice profitieren Besserverdienende

So hat sich zwar der Anteil der Arbeitnehmer, die mindestens zwei Stunden pro Tag im Homeoffice arbeiteten, von 27 auf 54 Prozent verdoppelt. Doch Heimarbeit kann jedoch nicht jeder Arbeitnehmer gleichermaßen nutzen: Unter hochqualifizierten Arbeitnehmern geben 76 Prozent an, nach Beginn der Krise mindestens zwei Stunden aus dem Homeoffice zu arbeiten. Unter den Niedrigqualifizierten sind es nur 31 Prozent. Bei Akademikern ist die Umstellung auf Homeoffice außerdem die Norm: Der Anteil der Heimarbeit steigt hier von 11 auf 68 Prozent. Bei den weniger gebildeten Beschäftigten steigt der Homeoffice-Anteil an der wöchentlichen Arbeitszeit hingegen nur auf rund ein Fünftel, zudem sinkt ihre Gesamtstundenanzahl deutlich stärker als bei Akademikern.

Die Verlierer der Krise auf dem Arbeitsmarkt sind Geringverdiener

Grund dafür kann sein, dass weniger Qualifizierte öfter in Berufen arbeiten, in denen sie ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice erledigen können, wie beispielsweise im Transportwesen, dem Einzelhandel oder der Gastronomie Für einen Teil der weniger Qualifizierten kommt es in der Folge häufiger zu Entlassungen oder einer starken Reduzierung der Stunden. Personen am unteren Ende der Einkommensverteilung trifft es außerdem doppelt hart: Nicht nur müssen sie ihre Stunden stärker reduzieren als Besserverdienende. Es ist außerdem zu erwarten, dass diese Stundenreduktionen für sie schwieriger zu bewältigen sind, da sie weniger Rücklagen haben, um die Verluste der kommenden Monate auszugleichen. Sie werden daher stärker als andere Einkommensgruppen staatliche Unterstützung benötigen. Ein anderer Teil der weniger Qualifizierten arbeitet in systemrelevanten Berufen, wie der Pflege oder im Lebensmitteleinzelhandel. Sie haben zwar derzeit einen sicheren Job, sind jedoch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Im Gegensatz dazu sind Arbeitnehmer im Homeoffice doppelt geschützt – vor Infektionen und Einkommensverlusten. So wird die Zweiteilung von Branchen in Büroberufe, die von hoher Qualifikation und Heimarbeitsquoten geprägt sind und solche mit jeweils niedrigen Werten, sehr deutlich.

Übertragbarkeit auch auf Deutschland

„Für Deutschland liegen noch keine umfangreichen Daten vor, es zeigen sich aber erste Tendenzen, die in dieselbe Richtung gehen. Zwar scheint der Anstieg im Homeoffice etwas geringer zu sein als in den Niederlanden, es wird aber deutlich, dass Nicht-Akademiker auch hier das Nachsehen haben und ihre Arbeit nicht von zu Hause ausüben können. Sowohl die Niederlande als auch Deutschland haben außerdem ähnliche restriktive Einschränkungen im öffentlichen Alltag, das schafft eine ähnliche Grundlage“, erläutert Hans-Martin von Gaudecker, ECONtribute-Professor für angewandte Mikroökonomik an der Universität Bonn und Leiter des IZA-Forschungsteams Strukturelle Politikevaluation die Ergebnisse.

Impact Lab mit aktuellen Daten zur Krise

Gemeinsam mit seinem Forschungsteam aus Bonn und der niederländischen Universität Tilburg möchte der Ökonom die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise und ihre Gegenmaßnahmen analysieren. Dazu hat er, gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern, das COVID Impact Lab ins Leben gerufen. Ziel ist es, in der aktuellen Krise schnell hilfreiche Daten zu generieren und diese der Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig sollen dann vertiefte Analysen erfolgen. Das Projekt wird vom Exzellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy gefördert.

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news-18909 Fri, 24 Apr 2020 08:30:34 +0200 Personaler-Ranking der Wirtschaftswoche 2020 https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/personaler-ranking-der-wirtschaftswoche-2020 Die Universität zu Köln gehört auch 2020 zu den Top-Ausbildungsstätten für BWL, VWL und Wirtschaftsinformatik. "Von welcher dieser 200 Hochschule stellen Sie besonders gern Absolventen ein?" So lautet kurz gefasst die Kernfrage des jährlichen Personaler-Rankings der Wirtschaftswoche unter knapp 600 Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen. Beim so zustande gekommenen Ranking belegt die WiSo-Fakultät 2020 erneut herausragende Platzierungen. Hinsichtlich der Berufschancen ihrer Absolventen ist die Universität zu Köln damit weiter eine Top-Adresse für ein BWL-, VWL- oder Wirtschaftsinformatik-Studium (nach denen unter anderem im Ranking differenziert wird).

Dies gilt dabei auch unter Einbezug der Bereiche, in denen private Hochschulen gute Rankingpositionen erzielen. So setzen die befragten Personalchef*Innen die WiSo-Fakultät etwa bei den BWL-Absolventen auf den 3 Platz. Im Bereich VWL, laut Wirtschaftswoche der „knappste“ Bereich des gesamten Rankings, liegt die WiSo-Fakultät auf dem 2. Rang und verbesserte sich damit um einen Platz gegenüber dem Vorjahr. Nicht zuletzt gehört die Universität zu Köln auch im Bereich Wirtschaftinformatik mit einem 6. Platz unter den gelisteten Universitäten und Fachhochschulen zu den Top Ten Ausbildungsstätten.

• Informationen zum WiWo-Ranking

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news-18897 Tue, 21 Apr 2020 18:16:00 +0200 Onlinehandel: Kleidung wieder vor Hygieneartikeln https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/corona-consumer-check-onlinekaeufe-werden-beliebter IFH-Corona Consumer Check zeigt aktuelle Stimmungsbilder zum Konsumverhalten. Einkäufe über das Internet werden in der Coronakrise immer beliebter – das zeigen neue Daten des Corona Consumer Check des Instituts für Handelsforschung (IFH - ECC Köln). Konsument*Innen zeigen sich demnach mit Onlinekäufen zufrieden und können sich eine Fortführung des verstärkten Onlineshoppings vorstellen. Die beliebtesten Produktkategorien sind aktuell nicht mehr Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel, sondern Kleidung und Schuhe.

Der stationäre Handel kann auch in der fünften Woche des Lockdowns in Deutschland im Rahmen der Coronakrise nur eingeschränkt und in bestimmten Branchen öffnen. In diesem Rahmen wird der Einkauf über das Internet bei vielen Bürger*Innen immer beliebter – so die Ergebnisse des neuen IFH-Corona Consumer Check. Ein Trend, der sich fortzuführen scheint, denn fast alle Befragten zeigten sich mit den online getätigten Käufen zufrieden und konnten sich vorstellen, diese auch weiterhin über das Internet zu tätigen. Im Vergleich zu den Daten des Corona Consumer Check von Mitte März lässt sich eine Verschiebung der beliebtesten Produktkategorien für Onlinekäufe feststellen: Kleidung und Schuhe werden aktuell am meisten online eingekauft.

Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlinekanäle
22 Prozent der befragten Konsument*Innen haben in der vergangenen Woche Einkäufe, die sie normalerweise im stationären Geschäft tätigen, online erledigt. Vor drei Wochen war der Rückgriff auf Onlinedienste für die gewohnten Einkäufe noch deutlich geringer ausgeprägt: Nur 13 Prozent der Befragten hatten angegeben, gewohnt stationäre Einkäufe auf Onlineangebote zu übertragen.

Große Zufriedenheit der Konsument*innen
Der Einkauf über Onlinekanäle erfreut sich dabei großer Zufriedenheit. Eine Mehrheit von 95 Prozent der Befragten gab an, mit dem Kauf zufrieden zu sein. Diese positive Bewertung wirkt sich voraussichtlich auch auf das zukünftige Konsumverhalten aus. 71 Prozent der befragten Konsument*Innen können sich vorstellen, den online gekauften Artikel auch weiter über das Internet zu bestellen.

Kleidung und Schuhe beliebteste Onlineproduktkategorie
Die beliebtesten Produktkategorien, die von den Deutschen online bestellt werden, haben sich in den vergangenen drei Wochen stark verschoben. Waren Mitte März noch Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel die beliebtesten Artikel bei Onlinekäufen, kauft aktuell eine Mehrheit von 40 Prozent der Befragten am liebsten Kleidung und Schuhe online. Hygieneartikel wurden nur von 26 Prozent online bestellt (KW 12: 47 Prozent), bei haltbaren Lebensmitteln sind es nur noch 20 Prozent (KW 12: 42 Prozent).

Mehr Informationen zum „Corona Consumer Check“, sowie die komplette Studie der ersten Erhebung gibt es zum Download auf der Webseite des IFH - ECC Köln.
 

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news-18855 Tue, 07 Apr 2020 18:11:00 +0200 Zukunftsinvestitionen in Zeiten der Corona-Pandemie https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/zukunftsinvestitionen-in-zeiten-der-corona-pandemie Die Finanzpolitik dürfe angesichts der Coronakrise die langfristigen Zukunftsaufgaben nicht gänzlich aus dem Auge lassen warnt FiFo-Dorektor Micheal Thöne in einem aktuellen Diskussionspapier. Über eine längerfristig verantwortliche Finanzpolitik müsse gerade in Zeiten der Corona-Pandemie debattiert werden, sagt Michael Thöne, Direktor des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts an der Universität zu Köln (FiFo Köln). Es gelte, die Folgen der Krise aufzufangen und die Fehler aus der letzten Krise nicht zu wiederholen. In einem aktuellen Nachtrag zum aktuellen FiFo Diskussionspapier 20-02 ergänzte Thöne die Thesen zu den Möglichkeiten tragfähig in die Zukunft zu investieren.

Während die Anzahl der Infizierten täglich weiter ansteigt und die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert werden, sei es das oberste, gemeinschaftliche Ziel die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Die Politik müsse derzeit den Gesundheitsdiensten alles bieten, was die optimale Versorgung der Erkrankten und Infizierten verlangt. Sie muss alles regulieren, was die Verbreitung des Virus begünstige. Drittens sei es laut Michael Thöne von absoluter Notwendigkeit, dass die Finanzpolitik die nötigen Mittel bereitstelle,  um die wirtschaftlichen Schäden der Krise einzudämmen.

Es seien gerade nicht nur große Unternehmen betroffen, sondern in Existenznot verfielen vor allem Hotels, Kinos, Restaurants und allgemein kleine Unternehmen, welche auf ihre regelmäßige Kundschaft angewiesen sind. „Es ist schon jetzt ganz klar“, so Thöne im Diskussionspapier Wir werden also sehr viele Schulden machen“.

Nach dem ersten Schritt, der fiskalischen Hilfe, müsse die konjunkturelle Wiederbelebung folgen, sobald die Restriktionen des alltäglichen Lebens wieder gelockert sind. Wichtig bei der absoluten Konzentration auf die momentane Krise sei es an diesem Punkt die langfristigen Herausforderungen, welche durch die Krise zwar relativiert werden, nicht aus dem Auge zu verlieren. Denn diese nähmen in ihrer absoluten Größe nicht ab während der Pandemie, sondern bildeten ein zusätzliches, weiterhin sehr akutes Problem.

Auch wenn momentan, zur besseren Bewältigung der Krise, die beiden Dimensionen längerfristige Zukunftsaufgaben und Akute Corona-Pandemie und Konjunktur in der Gesamtbetrachtung auseinandergehalten werden, würden „am Ende die Corona-Krise und die Zukunftsaufgaben und –Investitionen sehr viel mehr miteinander zu tun haben“, so der FiFo-Direktor.

Niemand könnte zwar zum jetzigen Zeitpunkt einschätzen wie schwer die letztendlichen Folgen der Corona-Krise sein werden. Jedoch, erläutet Michael Thöne sei es unvermeidlich, dass durch die sprunghaft gewachsene Verschuldung die Tragfähigkeit der Finanzpolitik deutlich verschlechtert werde.

In Endeffekt ergäben sich zwei Perspektiven:
Die pessimistische Sichtweise geht davon aus, dass die gesunkene Problemlösungskapazität dazu führt, dass Zukunftsaufgaben schlechte Aussichten haben. Eine optimistische Pespektive sehe, die langfristigen Betrachtungen nicht als frustrierend, sondern als motivierend und rege so Änderungen und Modernisierungen an. Welche Perspektive letztendlich Eintritt hänge so Michael Thönes Fazit, von unser aller Handlungs- und Reformwillen ab.

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news-18720 Thu, 20 Feb 2020 13:04:39 +0100 Wissenschaftspreis für GATEWAY-Start-Up https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wissenschaftspreis-fuer-gateway-start-up Start-up an der Uni Köln erhält Wissenschaftspreis der EHI Stiftung für neues Mehrwegboxen-System. Das Start-up-Projekt „VYTAL“ wurde von der EHI-Stiftung mit dem Wissenschaftspreis für Zukunftsthemen des Einzelhandels als „Bestes Start-up 2020“ ausgezeichnet. Mit dem Wissenschaftspreis zeichnen die EHI Stiftung und GS1 Germany seit 2008 den akademischen Nachwuchs, Lehrstühle und nun auch Start-ups für exzellente Arbeiten und Projekte aus.

Wer schon einmal Essen bestellt hat, kennt die enorme Menge Verpackungsmüll, die zurückbleibt. Dieses Szenario inspirierte das Kölner Start-up „VYTAL“ dazu, Essensbestellungen nachhaltiger zu machen und auch hier dem Grundsatz „Mehrweg statt Einweg“ zu folgen. Die Gründer Dr. Tim Breker und Sven Witthöft entwickeln mit Unterstützung von WiSo-Professor Dr. Jan Recker (Cologne Institute for Information Systems (CIIS)) im Exzellenz Start-up Center GATEWAY der Universität zu Köln elektronisch smarte Leihschüssel für Take-away- und Delivery-Angebote. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Ein Jahr lang wird das Start-up nun innerhalb eines Programms aus Netzwerk-, Coaching-, Kommunikations- und Marketingaktivitäten von der EHI Stiftung gefördert. „Wir möchten als nächstes unser Mehrwegsystem händlerübergreifend in die Pilotphase bringen. Das Förderprogramm wird uns dabei sehr helfen, Sichtbarkeit und Kontakte zum Handel aufzubauen. Diese Auszeichnung ist eine große Chance für VYTAL“, sagt Gründer Tim Breker.

Die Idee von VYTAL: Gastronomien, Kantinen und Supermärkte mit Gefäßen zu versorgen, in denen die Kundinnen und Kunden Lebensmittel transportieren können. Später können die Nutzerinnen und Nutzer die Gefäße wieder bei den teilnehmenden Einrichtungen abgeben, wo sie gereinigt und wiederverwendet werden. Dieses sogenannte „Packaging-as-a-Service-Modell“ (Verpackung als Service) ohne Pfand setzt auf Kreislaufökonomie und soll den Müll im Take-away-Geschäft reduzieren.

Elektronisch smarte Etiketten an den Mehrwegverpackungen erlauben es, die Abrechnung und Verteilung der Gefäße zu überblicken. Den Rückgabeprozess möchte VYTAL auf digitale Weise unterstützen: Die Mehrweggefäße sind über eine App mit den jeweiligen Kundenkonten verknüpft.

Die Gründer wollen mithilfe der App individuelle psychologische und ökonomische Anreize setzen, um die Nutzerinnen und Nutzer zu einer schnellen Rückgabe und einem nachhaltigen Verhalten anzuregen. Das Gründerteam wird im Aspekt des sogenannten „Eco-Nudgings“ durch Professor Recker als Mentor unterstützt.

Der Begriff Eco-Nudging beschreibt den Einsatz psychologischer Methoden, um Menschen zu motivieren, sich umweltbewusster zu entscheiden. „Die Gründer kombinieren Ansätze aus den Bereichen Gamification und Eco-Nudging, um eine Lösung anzubieten, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in nachhaltiger Weise ökologisch funktionieren kann“, erklärt Jan Recker. „Dadurch bieten sie einen innovativen, digital gestützten Ansatz für eine nachhaltigere Konsumgesellschaft.“

Der Preis für das beste Start-up 2020 wurde dieses Jahr erstmalig als Kategorie innerhalb des Wissenschaftspreises für Gründungsideen vergeben, die an deutschsprachigen Hochschulen entstanden sind. Die Ideen sollten ein hohes Nutzungspotenzial für den Handel und die Konsumgüterindustrie besitzen. Mit dem Wissenschaftspreis zeichnen die EHI Stiftung und GS1 Germany seit 2008 den akademischen Nachwuchs, Lehrstühle und nun auch Start-ups für exzellente Arbeiten und Projekte aus.

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news-18598 Thu, 23 Jan 2020 09:27:48 +0100 Erstes „Reinhart Koselleck-Projekt“ im Fach VWL https://wiso.uni-koeln.de/de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/erstes-reinhart-koselleck-projekt-im-fach-vwl Prof. Dr. Patrick Schmitz gewinnt DFG-Unterstützung für Grundlagenforschung im Bereich der Vertragstheorie Erstmals ist es einem Volkswirt gelungen ein „Reinhart Koselleck-Projekt“ einzuwerben. Professor Dr. Patrick W. Schmitz von der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln kann sich über die Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) freuen. Mit 915.000 Euro wird die DFG sein Projekt „Unvollständige Verträge und Institutionendesign“ unterstützen. In dem Vorhaben geht es um Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Vertragstheorie, einem Teilgebiet der Mikroökonomik. 

Die Theorie unvollständiger Verträge gehört zu den wichtigsten Fortschritten in der mikroökonomischen Forschung der letzten drei Jahrzehnte. In traditionellen ökonomischen Modellen können Wirtschaftssubjekte umfassende Verträge schreiben, die jeden Aspekt ihrer Beziehung regeln. In der Realität ist dies nicht möglich. Wenn eine zukünftige Eventualität vertraglich nicht berücksichtigt wurde, stellt sich die Frage, wie dann die Entscheidungsbefugnisse lauten. Die Theorie unvollständiger Verträge erlaubt es somit erstmals, Konzepte wie Macht und Kontrolle präzise zu formulieren. Dies ist eine unabdingliche Voraussetzung für die formale Analyse von Institutionen. 

Die Theorie unvollständiger Verträge sieht sich jedoch seit einigen Jahren grundlegender Kritik ausgesetzt. Ziel des Projekts von Professor Schmitz ist es, zu den beinahe vergessenen Ursprüngen der Theorie zurückzukehren, um so einen dringend benötigten Perspektivenwechsel herbeizuführen. Dazu soll mit spieltheoretischen Methoden Grundlagenforschung betrieben werden. Wichtige Erkenntnisse lassen sich in Feldern wie der politischen Ökonomie, der Umweltökonomik und des öffentlichen Beschaffungswesens erwarten. Zum Beispiel kann die Theorie unvollständiger Verträge innovative Antworten auf folgende aktuelle Fragen ermöglichen: Wie sollte man etwa vor dem Hintergrund der Brexit-Abstimmung Referenden gestalten? Wie sollten Kontrollrechte zugeordnet werden, um Vereinbarungen zur Reduktion von schädlichen Emissionen zu erleichtern? Wie sollten im Hinblick auf die Verzögerungen und Kostensteigerungen in Fällen wie dem Hauptstadtflughafen BER Institutionen ausgestaltet werden, um die Kosteneffizienz zu erhöhen? 

Mittel für “Reinhart Koselleck-Projekte“ werden von der DFG seit 2008 für Wissenschaftler*innen bereitgestellt, die sich durch besondere wissenschaftliche Leistungen ausgewiesen haben. Ihnen soll damit der Freiraum gegeben werden, sich fünf Jahre lang auf besonders innovative und risikobehaftete Forschung zu konzentrieren. Bislang wurden 103 Koselleck-Projekte gefördert. Professor Schmitz ist deutschlandweit der erste Volkswirt, dem ein Koselleck-Projekt bewilligt wurde. Die Drittmittelsumme beträgt 915.000 Euro (inkl. Programmpauschale).

Die internationale wirtschaftswissenschaftliche Datenbank IDEAS zählt Professor Schmitz, der an der Universität Bonn promoviert hat, zu den weltweit führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Vertragstheorie (“Contract Theory and Applications“). Professor Schmitz ist erst der zweite Wissenschaftler, dem es gelungen ist, ein Reinhart Koselleck-Projekt nach Köln zu holen. Das erste Koselleck-Projekt in Köln hatte vor fünf Jahren der Biologe Professor Dr. Thomas Langer (Direktor am Max Planck Institut für Biologie des Alterns) eingeworben.

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