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Gründungsservice an der Universität zu Köln

Gateway Exzellenz Start-up Center Universität zu Köln

Zuerst das Studium, dann ein Beruf in Festanstellung bei einem bereits bestehenden Unternehmen? Das ist längst nicht mehr der Traum jedes/r Absolventen/in. Immer mehr Studierende, Absolvent*innen und Wissenschaftler*innen haben Ideen, die sie selbst umsetzen möchten und wagen den Weg in Richtung Selbstständigkeit. Das möchte die Universität zu Köln unterstützen. Das GATEWAY Exzellenz Start-up Center wurde deshalb als Anlaufstelle für alle Gründungsinteressierten aus den Kölner Hochschulen geschaffen, die sich mit dem Thema Selbstständigkeit beschäftigen und mit dem Gedanken spielen, selbst ein Unternehmen zu gründen.

Interview mit WiSo-Transferscout Nicolas Meier, Gateway ESC

„Today’s Ideas. Tomorrow’s Impact.“

Dr. Nicolas Meier ist seit Juli 2020 als Transferscout für die WiSo-Fakultät am Gateway Exzellenz Start-Up Center (ESC) beschäftigt. Insgesamt sechs übergreifend zusammenarbeitende Transferscouts gibt es an fünf Fakultäten der Universität zu Köln. Als Transferscout spürt Nicolas innovative Gründungsideen Forschender, Lehrender und Studierender auf und hilft dabei, diese in Kooperation mit dem ESC in Zukunft zu realisieren. Seine Tätigkeiten sind eine von vielen Maßnahmen und Aktivitäten, die unseren Claim „Today’s Ideas. Tomorrow’s Impact.“ lebendig werden lassen und dabei die gesteckten Fakultätsstrategieziele erfüllen.

 

Lieber Nicolas, seit Kurzem bist Du als Transferscout für die WiSo-Fakultät tätig. Was reizt Dich bei Deinen neuen Aufgaben besonders?

Mich reizt momentan besonders, Formate für Wissenschaftler*innen zu entwickeln und in Zukunft umzusetzen, in denen gemeinsam Ideen entwickelt werden können, wie aus Forschungsergebnissen und wissenschaftlicher Expertise innovative Transfer- und Gründungsideen entstehen können. Das Gateway Exzellenz Start-up Center wird durch das Land NRW gefördert und hat das Ziel eine fakultätsübergreifende Unternehmerkultur an der Universität zu Köln nachhaltig zu fördern und zu etablieren. Diese breite Förderung macht das Gateway ESC für mich zu einem großen und hochspannenden Projekt. Es reizt mich sehr, Teil des Gateway Teams zu sein und erst recht als Alumnus für meine Fakultät einen Beitrag zu leisten. Es gibt so viele spannende Formate, die für ein breites Publikum gedacht sind, wie den Gründungsideenwettbewerb, der dieses Mal als hybride Veranstaltung durchgeführt wird, oder dem „Strategic Business Toolkit“, einer Onlinevorlesung, die mein Kollege Benedikt Gerdes entwickelt. Wir haben somit als Organisation auch gute und digitale Antworten auf die Herausforderungen dieses sogenannten Corona-Zeitalters. Ganz neu ist in diesem Semester beispielsweise auch das Seminar für Sozialwissenschaftler*innen im Bachelor "Beruf Gründerin: Sozialwissenschaftliche(s) Wissen und Kompetenzen nutzen für (Social) Entrepreneurship" von Dr. Joël Binckli und Yannik Fleer.“

Du hast an der WiSo-Fakultät auch studiert. Hättest Du Dir damals schon träumen lassen, dass Du nach Deiner Promotion wieder an die WiSo für so einen spannenden Job zurückkehrst? Warum hattest Du Dich damals für ein Studium an der WiSo-Fakultät entschieden?

Ich wusste bis vor Kurzem nicht, dass es so einen Job überhaupt gibt. Ich bin damals zum Masterstudium gezielt an die WiSo-Fakultät gekommen, um mich dem Schwerpunkt Verhaltens- und Experimentalökonomik voll und ganz widmen zu können. Da war und ist die WiSo-Fakultät einfach der absolute Spitzenreiter. Ich wusste damals schon, dass ich unbedingt in dem Bereich meine Doktorarbeit schreiben möchte. Das Masterstudium an der WiSo-Fakultät hat mir genau die Fähigkeiten und das Wissen vermittelt, um im Anschluss erfolgreich promovieren zu können. Ich habe sowohl in meiner Masterarbeit, als auch während meiner Promotion experimentell im Labor geforscht. Dabei habe ich mich insbesondere während der Promotion mit den Fragen beschäftigt, wieso Menschen Impfungen gegen vermeidbare Infektionskrankheiten ablehnen und mit welchen Interventionen man erfolgreich Impfraten in der Gesellschaft erhöhen kann. In dieser Zeit habe ich an enorm praxisbezogenen und gesellschaftlich relevanten Forschungsfragen arbeiten können – und das war noch vor Corona. Da habe ich gespürt, wie viel Freude es mir macht, wenn die eigene Forschung so ein hohes Potenzial einer möglichen praktischen Anwendung in sich trägt.

Ich habe mich schon früh während meiner Promotion damit beschäftigt, was danach kommen soll – etwa eine Karriere in der Wissenschaft oder ein Angestelltenverhältnis in der Wirtschaft bzw. im öffentlichen Dienst? Als Transferscout für die WiSo-Fakultät möchte ich gerne eine weitere Karriereoption für Doktorand*innen bewerben: aus der Wissenschaft heraus Gründer*in werden. Dabei steht die folgende Frage im Mittelpunkt: Wie können aus der eigenen wissenschaftliche Expertise und Forschung neue Ideen und Geschäftsmodelle erwachsen?

Der neue Claim der WiSo-Fakultät lautet „Today’s ideas. Tomorrow’s impact.“. Was denkst Du, bedeutet der Slogan für die WiSo im Allgemeinen und wie verbindest Du ihn mit Deiner Arbeit?

Ich freue mich sehr über den neuen Slogan. Für mich ist das ein zu Recht sehr selbstbewusstes Statement und der deutlich formulierte Anspruch, dass wir an der WiSo-Fakultät dazu beitragen wollen, die Welt von morgen mitzugestalten.

Hier entstehen die Ideen, die das Potenzial haben, in Zukunft einen Impact zu generieren und Herausforderungen zu begegnen. Genau dort setzt meine Arbeit an: Ich möchte die Fakultät bei genau diesem Transfer von der Forschung in die Gesellschaft unterstützen. Eine Gründung ist dabei eine von vielen Möglichkeiten, dass dieser Wissens- und Technologietransfer gelingt.

Wurden an Dich schon „Ideen“ herangetragen? Kannst Du auch schon von „Auswirkungen“ berichten?

Die Vielzahl der Gespräche, die ich bereits geführt habe, signalisieren mir, dass es unglaublich viele brilliante Ideen in den Köpfen gibt. An der Fakultät finden schon einige Transfers statt, es   schlummert ein großes Potenzial, das es fördern und zu unterstützen gilt. In jedem Fall freue ich mich über großartige neue Ideen, die Möglichkeit in sich tragen, unsere Gesellschaft und Wirtschaft zum Besseren zu verändern.   

Was wünschst Du Dir von der zukünftigen Zusammenarbeit mit der WiSo-Fakultät?

Ich möchte gerne in Zukunft für interessierte Wissenschaftler*innen und Lehrstühle kreative Formate entwickeln und durchführen, um gemeinsam zu erkunden, wie die eigene Forschung und Expertise überhaupt in eine praktische Anwendung transferiert werden könnte. Das ist hochspannend und oft ad hoc gar nicht so offensichtlich zu beantworten. Dabei können, je nach Auftrag und Zielsetzung, Methoden wie beispielsweise Design Thinking oder Effectuation zum Einsatz kommen, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Wenn sich jetzt einige neugierige Wissenschaftler*innen angesprochen fühlen und bald auf mich zukommen, würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank für das Interview, lieber Nicolas. Wir wünschen Dir für Dein weiteres Transfer- und Innovationsscouting und die Zusammenarbeit mit der WiSo-Fakultät viel Erfolg.

 

Sollten Sie Ideen haben und benötigen Unterstützung bei deren Weiterentwicklung und Umsetzung, wenden Sie sich gerne direkt an Nicolas Meier: n.meier@uni-koeln.de

Kurzvorstellung Dr. Nicolas Meier:

Dr. Nicolas Meier hat an den Universitäten Bonn und Köln Volkswirtschaftslehre studiert und im Jahr 2019 an der RWTH Aachen erfolgreich promoviert. Das Thema seiner Doktorarbeit war die experimentelle Erforschung von Verhaltens- und Politikinterventionen zur Steigerung von Impfraten. Nach dem Abschluss arbeitete Nicolas Meier als Unternehmensberater und ist nun seit Juli 2020 als Transferscout im Gateway Exzellenz Start-up Center verantwortlich für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät.