Academic Impact bezeichnet den Einfluss und die Bedeutung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse innerhalb der akademischen Gemeinschaft. Er wird typischerweise durch bibliometrische Kennzahlen wie Zitierungen, h-Index oder Impact Factor gemessen und beschreibt, in welchem Ausmaß Forschungsarbeiten von anderen Forscherinnen und Forschern genutzt, zitiert und weiterentwickelt werden. Im Unterschied zum weiter gefassten Forschungsimpact, der auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Auswirkungen außerhalb der Wissenschaft umfasst, fokussiert Academic Impact vornehmlich auf die Anerkennung und Verbreitung innerhalb der Wissenschaft.
Die Messung von Academic Impact erfolgt überwiegend durch quantitative Verfahren wie Bibliometrie, die Anzahl an Zitierungen, die Einbindung in wissenschaftliche Diskurse und die Sichtbarkeit in Fachzeitschriften und Datenbanken. Diese Kennzahlen dienen als Grundlage für Forschungsbewertungen, Fördermittelvergabe und akademische Karriereentscheidungen.
Bibliometrische Indikatoren
Standardised Journal Citation Metric (SCJM)
Der Standardised Journal Citation Metric (SJCM) ist eine normierte Zitationskennzahl, die im Academic Journal Guide (AJG) verwendet wird, um Zeitschriften fächerübergreifend vergleichbar zu machen. Er gleicht disziplinspezifische Unterschiede in Zitationsverhalten aus, indem er Rohzitationsraten durch das Fachfeldmittel dividiert – ähnlich SNIP, aber AJG-spezifisch angepasst für faire Bewertungen.
SCJM = (Zitationen pro Paper in der Zeitschrift) / (Durchschnittszitationen pro Paper im Fachfeld)
Journal Impact Factor (JIF)
Der Journal Impact Factor (JIF), auch Impact Factor genannt, ist eine bibliometrische Kennzahl, die die durchschnittliche Zitationshäufigkeit der Artikel einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift misst und somit deren Einfluss innerhalb eines Fachgebiets bewertet. Er dient primär dem Vergleich von Zeitschriften untereinander, nicht individuellen Artikeln oder Autoren, und wird jährlich von Clarivate Analytics im Journal Citation Reports (JCR) veröffentlicht. Er wird einmal jährlich aktualisiert und ein Zugang existiert nur mit einer gültigen Web of Science Lizenz.
Vorteile:
Der JIF ist standardisiert, transparent und etabliert, ermöglicht schnelle Vergleiche innerhalb enger Fachkategorien und korreliert oft mit Sichtbarkeit und Prestige einer Zeitschrift.
Nachteile:
Der JIF ist kein Qualitätsmaß für einzelne Artikel, da Zitationen schief verteilt sind (wenige Artikel ziehen den Wert hoch) und disziplinspezifische Unterschiede ignoriert werden (z. B. höhere Werte in Biowissenschaften). Kritik umfasst Manipulationen (z. B. Reviews maximieren, Editorials minimieren), Selbstzitationen, Zeitverzögerungen und Benachteiligung interdisziplinärer oder nicht-englischsprachiger Zeitschriften.
Berechnung:
(Zitate in einem Jahr zu Publikationen, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden) / (Anzahl zitierfähiger Elemente in den letzten zwei Jahren)
CiteScore
Der CiteScore ist eine Kennzahl, die von Elsevier basierend auf den Informationen ihrer Publikationsdatenbank Scopus bereitgestellt wird. CiteScore berechnet die durchschnittliche Zitierhäufigkeit pro Dokument in einer Zeitschrift. Er ergibt sich aus dem Verhältnis der Zitate, die ein Zeitschrift in einem Jahr (z. B. 2022) für Publikationen der vorherigen vier Jahre (z. B. 2018–2021) erhält, zur Gesamtzahl der in diesem Zeitraum erschienenen Dokumente.
JIF Quartile
Die Journal Impact Factor (JIF) Quartile sind eine Einteilung von wissenschaftlichen Zeitschriften basierend auf ihrem Impact Factor innerhalb einer Fachkategorie. Sie teilen alle Zeitschriften einer Disziplin in vier gleich große Gruppen (Quartile) ein, um die relative Position einer Zeitschrift im Vergleich zu ihren Konkurrenten darzustellen. Quartile bieten eine einfache Einordnung, ob eine Zeitschrift zu den führenden, mittelschichtigen oder unteren Publikationsorganen eines Fachgebiets gehört.
Eigenfactor / Normalized Eigenfactor
Der Eigenfactor Score ist eine bibliometrische Kennzahl zur Bewertung des Einflusses wissenschaftlicher Zeitschriften basierend auf der Häufigkeit und Bedeutung der Zitationen. Anders als der klassische Journal Impact Factor gewichtet der Eigenfactor die Zitate nach der Relevanz der zitierenden Quelle: Zitate aus renommierten und häufig zitierten Zeitschriften zählen mehr als solche aus weniger einflussreichen Titeln.
Der Eigenfactor Score reflektiert den Gesamtbeitrag eines Journals zum wissenschaftlichen Diskurs, indem gleichzeitig Umfang (Anzahl der Artikel) und Qualität der Zitate berücksichtigt werden. Daher ist er sinnvoll für den Vergleich von Zeitschriften mit unterschiedlicher Größe und Publikationsfrequenz.
Eigenfactor-Werte sind weniger manipulierbar als der JIF, da sie Zitationsherkunft und Netzwerk-Eigenschaften einbeziehen, wodurch der Einfluss renommierteter Zeitschriften stärker gewichtet wird.
Normalized Eigenfactor:
Der normalized Eigenfactor, oft als Article Influence Score (AIS) bezeichnet, normiert den Eigenfactor auf die durchschnittliche Wirkung pro Artikel. Dabei wird der Gesamt-Eigenfactor durch die Anzahl der Artikel im Journal geteilt und auf einen Mittelwert von 1,0 normiert. Ein AIS größer 1,0 bedeutet, dass die Artikel dieser Zeitschrift einen überdurchschnittlichen Einfluss haben, unter 1,0 einen unterdurchschnittlichen.
Der normalized Eigenfactor erlaubt deshalb eine bessere Vergleichbarkeit von Zeitschriften unterschiedlicher Größe oder Publikationsstrategien und ergänzt den Impact Factor, da er Zitationsqualität stärker gewichtet.
SCImago Journal Rank (SJR)
Der SCImago Journal Rank (SJR) ist eine frei zugängliche bibliometrische Kennzahl zur Bewertung des wissenschaftlichen Prestiges von Fachzeitschriften, die die durchschnittliche Anzahl gewichteter Zitationen pro Dokument misst. Zitationen werden je nach Quelle unterschiedlich gewichtet. Das Fachgebiet, die QUalität und der Ruf der Zeitschrift haben einen direkten Einfluss auf den Wert einer Zitation. Anders als die meisten Indokatoren kann der SJR auch auf Zeitschriften, Buchreihen und Konferenzberichte angewendet werden.
Berechnung:
(Durchschnittliche Anzahl gewichteter Zitate pro Jahr) / (Anzahl der in den letzten drei Jahren veröffentlichten Dokumente)
Field-Weighted Citation Impact (FWCI)
Der Field-Weighted Citation Impact (FWCI) ist eine normalisierte bibliometrische Kennzahl, die misst, wie oft Publikationen (Artikel, Bücher, Konferenzbeiträge) im Vergleich zum globalen Durchschnitt ihres Fachgebiets zitiert werden. Er berücksichtigt Unterschiede in Disziplin, Publikationstyp und Alter, um faire Vergleiche zu ermöglichen. Der FWCI ist nicht kostenlos zugänglich.
Ähnliche Dokumente sind solche, die aus demselben Fachgebiet stammen, denselben Typ haben (z. B. Artikel, Brief, Rezension) und dasselbe Alter aufweisen. Ein FWCI von 1 bedeutet, dass die Veröffentlichung im Vergleich zum globalen Durchschnitt genau wie erwartet abschneidet. Ein Wert von mehr als 1 bedeutet, dass die Veröffentlichung häufiger zitiert wird als gemäß dem globalen Durchschnitt zu erwarten wäre und vice versa.
Berechnung:
(Anzahl der Zitate, die ein Dokument erhalten hat) / (erwartete Anzahl der Zitate für ähnliche Dokumente)
Beispiel:
Ein Wert von 1,48, dass die Publikation um 48 % häufiger zitiert wurde als erwartet.
Source Normalized Impact Per Paper (SNIP)
Der Source Normalized Impact per Paper (SNIP) ist eine bibliometrische Kennzahl, die den Zitationsimpact von wissenschaftlichen Zeitschriften misst, indem sie disziplinspezifische Unterschiede in Zitationspraktiken normalisiert. Entwickelt vom Centre for Science and Technology Studies (CWTS) der Universität Leiden und basierend auf Scopus-Daten von Elsevier, ermöglicht SNIP faire Vergleiche zwischen Zeitschriften verschiedener Fachgebiete, da Zitationen aus Feldern mit geringer Zitationshäufigkeit höher gewichtet werden. Die Wirkung einer einzelnen Zitation hat in Fachgebieten, in denen Zitationen seltener vorkommen, einen höheren Stellenwert und umgekehrt. Stabilitätsintervalle geben Aufschluss über die Zuverlässigkeit der Bewertung. Kleinere Zeitschriften weisen tendenziell größere Stabilitätsintervalle auf als größere Zeitschriften. Der SNIP ist kostenlos zugänglich.
Berechnung:
(Zitationsanzahl der Zeitschrift pro Artikel) / (Zitationspotenzial in ihrem Fachgebiet)
Weitere Indikatoren
JIF Rank
JIF Percentile
Five-Year Journal Impact Factor
Five-Year Journal Impact Factor Quartile
JIF without Journal Self Citations
Immediacy Index
JCI (Journal Citation Indicator)
JCI Rank
JCI Quartile
JCI Percentile
Article Influence Score (AIS)
AIS Quantile
AIS Rank
Total Citations
Total Articles
Citable Items
% of Articles in Citable Items
Cited Half-Life
Citing Half-Life
Tabellarische Übersicht
Scope
Indikator
Erläuterung
Bewertung
Verfügbarkeit
School / Person
Scholarly Output
Anzahl der Publikationen in der untersuchten Publikationsliste
Bewertung im Kontext des Fachgebiets und abhängig vom akademischen Alter / Karriereverlauf
Scopus, WoS, Google Scholar, Fachbibliographien, Publikationsliste
School / Person
Citation Count
Gesamtzahl der Zitationen auf obige Publikationen
Bewertung im Kontext des Fachgebiets und abhängig vom akademischen Alter / Karriereverlauf
Scopus, WoS, Google Scholar
Person
Citations per Publication
Durchschnittliche Anzahl an Zitationen pro Publikation
Bewertung im Kontext des Fachgebiets und abhängig vom akademischen Alter / Karriereverlauf. Ggf. Abweichungen von Normalverteilung beachten
Scopus, WoS
Person
Author Impact Factor
Durchschnittliche Anzahl Zitationen im letzten vollständigen Jahr auf Publikationen, die in den zwei Jahren davor publiziert wurden
Bewertung im Kontext des Fachgebiets. Nicht anwendbar, wenn im vor- und/oder vorvorletzten Jahr nicht publiziert wurde. Ggf. Abweichungen von Normalverteilung beachten.
Scopus, WoS
Person
h-index
Anzahl h der Publikationen einer Person, die mindestens h-mal zitiert wurden
Bewertung im Kontext des Fachgebiets und abhängig vom akademischen Alter / Karriereverlauf
Scopus, WoS, Google Scholar
Anzahl Highly Cited Papers
Anzahl von Publikationen in den 1% höchstzitierten Publikationen in WoS (normalisiert, Auswertungszeitraum 10 Jahre)
Außerordentlich positiv, falls vorhanden
WoS
Anzahl Hot Papers
Anzahl von Publikationen in den 0,1% höchstzitierten Publikationen im WoS (normalisiert, Auswertungs-zeitraum 2 Jahre)
Außerordentlich positiv, falls vorhanden
WoS
Median Citation Percentile
Median der normalisierten Zitationsperzentilen der Publikationen der Publikationsliste