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Praxisnaher Perspektivwechsel: WiSo-Studierende zu Gast bei Henkel

Am 23. April 2026 besuchten Studierende der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln im Rahmen einer Exkursion den Düsseldorfer Hauptsitz von Henkel. Der Besuch war Teil der engen Zusammenarbeit zwischen Fakultät und Unternehmen. Als Corporate Partner engagiert sich Henkel regelmäßig im Austausch mit Studierenden.
Eine Gruppe Studierender der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln posiert lächelnd bei einer Exkursion im modernen Foyer des Henkel-Hauptsitzes in Düsseldorf unter dem Schriftzug We make it happen.

Auftakt zwischen Werkstor und Unternehmensstrategie
Der Besuch begann am Werkstor, wo der internationale Charakter des Standorts direkt sichtbar wurde. Anschließend folgte eine Einführung in das Unternehmen – von globalen Strukturen über das Markenportfolio bis hin zur strategischen Ausrichtung.
Neben bekannten Marken wie Schwarzkopf, Persil und Loctite stand vor allem die internationale Dimension im Fokus. Mit Standorten weltweit und Mitarbeitenden aus über hundert Nationen versteht sich Henkel als global vernetzter Konzern. Ergänzt wurde die Präsentation durch Einblicke in Recruiting-Prozesse sowie Programme für Studierende und Absolventinnen und Absolventen.

Innovation im Anwendungskontext
Ein weiterer Programmpunkt führte die Gruppe in das „Inspiration Center“ des Unternehmens. Dort wurde deutlich, wie eng Forschung, Produktentwicklung und Marktanforderungen zusammenhängen.
Anhand konkreter Beispiele erhielten die Studierenden Einblicke in aktuelle Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Klebstofftechnologien. Innovation erschien dabei nicht als abstraktes Konzept, sondern als strukturierter Prozess mit klarem Bezug zu realen Konsumentenbedürfnissen.

Nachhaltigkeit zwischen Marktlogik und Verantwortung
Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Workshop zum Thema Nachhaltigkeit. Nach einer Einführung in strategische Ansätze und bisherige Fortschritte wurde schnell klar, dass nachhaltige Transformation häufig mit Zielkonflikten verbunden ist.
Ein zentrales Spannungsfeld: Für Konsumentinnen und Konsumenten bleiben Leistung und Preis entscheidend. Nachhaltigkeit wird erwartet, darf die Kernfunktion eines Produkts jedoch nicht beeinträchtigen.
Darauf aufbauend arbeiteten die Studierenden in zwei Workshop-Gruppen – Consumer Brands und Adhesive Technologies – an praxisnahen Aufgaben. Eine Aufgabe bestand etwa darin, einen glaubwürdigen Nachhaltigkeitsclaim für ein Waschmittelprodukt zu entwickeln. Dabei galt es, ökologische Aspekte, wirtschaftliche Überlegungen und markenstrategische Anforderungen miteinander zu verbinden.
In kurzen Arbeitsphasen entstanden unterschiedliche Ansätze, die anschließend präsentiert und aus Unternehmensperspektive eingeordnet wurden. Das direkte Feedback zeigte, wie anspruchsvoll es ist, Nachhaltigkeit zugleich präzise und wirkungsvoll zu kommunizieren.

Wertschöpfungsketten im Fokus
Ergänzend wurde die Komplexität nachhaltiger Produktentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette thematisiert. Von der Auswahl der Rohstoffe über Produktionsprozesse bis zur Zusammenarbeit mit Zulieferern bietet jede Stufe neue Ansatzpunkte – aber auch Herausforderungen.
Die Einblicke machten deutlich, dass nachhaltige Innovation nicht isoliert entsteht. Sie ist das Ergebnis kontinuierlicher Anpassung und bereichsübergreifender Zusammenarbeit.

Austausch und Lunch
Beim gemeinsamen Mittagessen bot sich Raum für informelle Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Unternehmens, insbesondere aus dem Recruiting-Bereich. Themen wie Praktika, Einstiegsmöglichkeiten und individuelle Karrierewege standen dabei im Mittelpunkt.
Für die Studierenden war dies eine Gelegenheit, theoretisches Wissen mit persönlichen Eindrücken aus dem Unternehmensalltag zu verbinden und Kontakte über den Besuch hinaus zu knüpfen.

Insgesamt zeigte die Exkursion, wie eng wissenschaftliche Ausbildung und unternehmerische Praxis miteinander verbunden sein können – besonders dann, wenn Kooperationen wie die zwischen der WiSo-Fakultät und Henkel aktiv gelebt werden.