In einem kürzlich erschienenen MSOM-Artikel der WiSo-Professoren Thonemann und Fügener, sowie von Professor Schiffels von der Universität Augsburg entwickeln die Forscher ein Verhaltensmodell auf der Grundlage einer naiven Diversifizierung, bei der Manager die Budgets gleichmäßig zwischen den Kategorien und innerhalb der Projektarten in jeder Kategorie aufteilen. Das Modell sagt voraus, wie die Platzierung der Schwellenwerte und die Anzahl der Kategorien die Investitionsanteile und das Risiko-Rendite-Profil des Portfolios beeinflussen. Die Autoren testen diese Vorhersagen in Laborexperimenten mit menschlichen Entscheidungsträgern unter Verwendung mehrerer Bucket-Designs. Sie dokumentieren eine weit verbreitete naive Diversifizierung: Die Teilnehmer teilten die Kategorien und die einzelnen Kategorien gleichmäßig auf und entfernen die Portfolios damit von der Effizienz. Der Effekt der Bucket-Design-Entscheidungen ist beträchtlich und übersteigt sogar die Auswirkungen der Risikopräferenzen auf die resultierenden Risikoprofile der Portfolios.
Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze: Manager zeigen naive Diversifizierung, das heißt sie verteilen die Kategorien gleichmäßig, nicht weil dies optimal ist, sondern weil sie ein inhärentes Bedürfnis nach Ausgewogenheit haben. Diese Verzerrung tritt zwischen den Buckets (z. B. sicherer vs. riskanter) und innerhalb der Buckets (zwischen den Projektarten innerhalb eines Buckets) auf und führt systematisch dazu, dass Portfolios von der effizienten Wahl abweichen.
Erkenntnis für das Management: Strategische Buckets organisieren nicht nur Entscheidungen, sie beeinflussen sie auch. Labels und Schwellenwerte lenken die Aufmerksamkeit und ermöglichen es Managern, das Risiko und die Rendite des Portfolios vorhersehbar zu verändern. Durch die Anpassung von Schwellenwerten und Granularität (wie fein Sie die Typen unterteilen) können Unternehmen beispielsweise den Anteil riskanter, aber innovativer Projekte erhöhen oder verringern. Kurz gesagt: Strategische Buckets strukturieren das Portfolio nicht nur, sie formen es.
Der Artikel der Forscher wurde von INFORMS TIMES als „Paper of the Month“ ausgewählt. Die Auszeichnung hebt hervor, wie relevant die Studie für das Verständnis und die Gestaltung strategischer Portfolioentscheidungen ist.