Das Institut für Handelsforschung (IFH) an der Universität zu Köln verbindet seit fast 100 Jahren wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Herausforderungen des Handels. Mit Studien, Datenanalysen und Veranstaltungen bietet es Entscheider:innen eine Plattform, um den Wandel im Handel aktiv zu gestalten – von Digitalisierung und Nachhaltigkeit bis hin zu kundenzentrierten Geschäftsmodellen.
Der jährliche IFH Media Day bildet dabei das Herzstück dieses Austauschs – so auch dieses Jahr: In der Kölner Schokoladenfabrik kamen am 4. November 2025 Expert:innen aus Handel, Industrie und Medien zusammen, um sich über aktuelle Trends, Studien und Erfolgsbeispiele auszutauschen. Unter dem Leitspruch „Erfolgreiche Angebotskommunikation in unsicheren Zeiten“ standen praxisnahe Händler‑Cases und Vorträge von Expert:innen im Fokus.
Impulse für die Handelskommunikation von morgen
Den Auftakt machte Andreas Riekötter vom IFH mit einem Impuls über die Zukunft der Handelskommunikation. Unter dem Titel „Produkt- und Preisschlachten – Was interessiert mich der Rest?“ plädierte er für ein Umdenken: Weg vom reinen Preiswettbewerb, hin zu einer Kommunikation, die Werte und Markenidentität in den Mittelpunkt stellt.
Eine aktuelle IFH-Studie unterstreicht seine These: Print bleibt relevant – nicht trotz, sondern wegen der Digitalisierung. Haptik, Gestaltung und emotionale Ansprache stärken das Markenimage und schaffen Vertrauen. Erfolgreich wird, wer Print- und Digitalwelten intelligent verbindet.
Von JYSK bis MEDIA CENTRAL: Strategien aus der Praxis
Wie Kommunikation im Alltag funktioniert, zeigten anschließend Vertreter: innen mehrerer Handelsunternehmen. Christian Schirmer von JYSK berichtete, wie das Unternehmen die Umfirmierung vom „Dänischen Bettenlager“ zu „JYSK“ als Chance nutzte, um Marke, Kundenerlebnis und Kommunikation neu auszurichten. Emotionalität, Storytelling und Omnichannel-Marketing seien die zentralen Erfolgsfaktoren gewesen.
Jan Alex und Tim Gründewald von MEDIA CENTRAL beleuchteten die steigende Komplexität der Medienlandschaft. Angesichts von rund 13.000 Werbebotschaften pro Tag müsse der Handel lernen, gezielt statt laut zu kommunizieren. Ihr Fazit: Reichweite allein genügt nicht – erst Relevanz macht Wirkung messbar.
Kundenzentrierung als Leitprinzip
Im zweiten Vortragsblock lag der Fokus auf Bindung von Kund:innen und Personalisierung.
Julia Wolf von dm-drogerie markt stellte das dm-Ökosystem vor – ein digitales Netzwerk aus App, Filiale und Services, das Kund:innen in den Mittelpunkt stellt. Datengetriebene Prozesse ermöglichen maßgeschneiderte Angebote und ein nahtloses Einkaufserlebnis.
Koray Altinas von Pflanzen Kölle zeigte, wie das Traditionsunternehmen Print und Digital clever kombiniert: Animierte, personalisierte Prospekte schaffen Inspiration über das Gartencenter hinaus. Stefanie Wölfel von Ernsting’s family betonte, dass Datenanalyse und Kundenwissen die Basis für ein effizientes Zusammenspiel aus Performance- und Markenkommunikation bilden.
Fazit: Relevante Kommunikation braucht Haltung
Der IFH Media Day 2025 machte deutlich, dass erfolgreiche Handelskommunikation mehr ist als das Bespielen einzelner Kanäle. Entscheidend ist die Fähigkeit, Reichweite mit Relevanz zu verbinden – über Print, Digital und Social Media hinweg. Marken müssen heute Haltung zeigen, Geschichten erzählen und für Kund:innen Erlebnisse schaffen, die bleiben.
Mit seinem Mix aus wissenschaftlichen Impulsen und praxisnahen Beispielen zeigte der IFH Media Day 2025, wie der Handel die Herausforderungen der Gegenwart in Chancen verwandeln kann. Das IFH bleibt dabei, wie schon seit Jahrzehnten, die Brücke zwischen Forschung und Markt – und ein wichtiger Wegweiser für die Handelskommunikation der Zukunft.
Über das Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln
Das IFH Köln wurde 1929 als ältestes An-Institut der Universität zu Köln gegründet und wird heute vom gemeinnützigen Verein der IFH-Förderer getragen. Dieser verbindet seit jeher Wissenschaft und Praxis im Handel durch intensiven Austausch und Wissenstransfer. Unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Reinartz bereitet der Verein Forschungserkenntnisse für Unternehmen und weitere Akteure der Handelsbranche auf und bietet Zugang zu Studien, Datenbanken, Veranstaltungen und Vorträgen. Mitglieder sind Handels- und Herstellerunternehmen, Verbände, Kammern, Hochschulen, Dienstleister sowie öffentliche Institutionen; das Präsidium ist mit führenden Köpfen des deutschen Handels besetzt.